Zirzensischer Geigenzauber lässt den Winter vergessen

Ein reines Vivaldi-Programm boten der Universitätschor Ulm und die Ulmer Kammerphilharmonie bei ihrem Konzert im Haus der Begegnung.

|
Großes Aufgebot im ausverkauften Haus der Begegnung: Albrecht Haupt dirigierte ein reines Vivaldi-Programm. Foto: Sophie Krauss

Exakt eine Woche nach dem ersten Konzert des Kammerchores der Universität Ulm sang der bereits seit 1976 bestehende Universitätschor sein Semester-Konzert im überfüllten Haus der Begegnung. Lag die musikalische Leitung letzte Woche bei Sohn Sebastian, so führte nun der Vater, Universitätsmusikdirektor Albrecht Haupt, den Stab und leitete mit großen Gesten das Konzert. Der fast 100-köpfige Chor und die Kammerphilharmonie Ulm sorgten für ein romantisch üppiges Klangerlebnis mit Werken von Vivaldi - ein spannender Kontrast zur historischen Werkauffassung des Händelschen "Messias" am Sonntag zuvor.

Mit dem "Magnificat" und dem bekannten "Gloria" bildeten zwei der beliebtesten Werke des Italieners den Rahmen. Die Motette für Sopransolo "O qui coeli" wurde erstmals in Ulm aufgeführt und fand in Maria Rosendorfsky und der Kammerphilharmonie engagierte Interpreten. Mit ihrer wunderschönen, sich mühelos verbreitenden Stimme brachte sie dieses herrliche Stück in nahezu himmlische Sphären, zu denen die Instrumentalisten ihr wichtiges Scherflein beitrugen. Ein etwas weniger schlampiger Umgang mit den Konsonanten hätte das Glücksgefühl vervollkommnet.

Mit dem abwechslungsreichen "Magnificat" konnte bereits zu Beginn des Konzertes der Chor seine musikalischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, da er sowohl mit voluminösem Klang als auch filigranen Koloraturen glänzen durfte, die beim doppelchörigen "Kyrie" nicht mehr ganz so sicher erklangen. Hingegen gelang das abschließende "Gloria" wieder ohne Mühen.

Wunderbar tönte das "Domine Deus" für Sopran. Im "Domine Deus, Agnus Dei" strömte die samtweiche Stimme der Mezzosopranistin Martina Koppelstetter. Und zum Finale gesellte sich zu Oboistin Anja Tamaru-Solle noch festlicher Trompetenglanz durch Johann Konnerth hinzu. Neben der Cembalistin Angelika Hirsch muss unbedingt auch Konzertmeister Burkhard Solle erwähnt werden, der beim "Frühling" aus dem Jahreszeiten-Zyklus mit dem notwendigen zirzensischem Geigenzauber die winterlichen Temperaturen vergessen ließ.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Vollsperrung der A 8 in Richtung München nach schwerem Unfall

Am frühen Freitagmorgen ist es auf der Autobahn 8 bei Leipheim zu einem schweren Unfall zwischen zwei Autos und einem Lkw gekommen. Dabei wurden zwei Personen lebensgefährlich verletzt. Die Autobahn in Richtung München musste für mehrere Stunden voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. weiter lesen