Zentrum für Jungingen

Ein Vorhaben und drei Ziele, die damit angepeilt sind: Mit der Neugestaltung der Junginger Ortsmitte soll der Durchgangsverkehr begrenzt, die Rathausfrage gelöst und ein Ortszentrum geschaffen werden.

|
Vorherige Inhalte
  • So soll die neue Dorfmitte künftig aussehen. Rechts das geplante Rathaus. Entwurf: Mühlich, Fink und Partner und Hans Jürgen Baron 1/2
    So soll die neue Dorfmitte künftig aussehen. Rechts das geplante Rathaus. Entwurf: Mühlich, Fink und Partner und Hans Jürgen Baron
  • So schaut es heute an gleicher Stelle aus. Foto: Volkmar Könneke 2/2
    So schaut es heute an gleicher Stelle aus. Foto: Volkmar Könneke
Nächste Inhalte

Das alte Rathaus ist marode. In seinen Mauern haben sich Feuchtigkeit, Flechten und Schimmel festgesetzt. Laut Gebäudemanagement der Stadt ist es nicht wirtschaftlich, das Haus zu sanieren.

Ein weiteres Thema, das die Junginger seit Jahren beschäftigt, ist der Durchgangsverkehr auf der Albstraße/Beimerstetter Straße, der ihr Dorf zerschneidet. Seit 2006, als die Nordtangente zwischen Jungingen und Böfingen für den Verkehr eröffnet wurde, wird diese Straße zwar von deutlich weniger Autos befahren. Optisch präsentiert sie sich aber noch immer als Schneise.

Um Vorschläge zu sammeln, wie die Junginger Ortsmitte attraktiv gestaltet werden kann, hat die Stadtverwaltung 2008 einen Wettbewerb ausgeschrieben. Der Entwurf der Architekten Mühlich, Fink und Partner sowie von Landschaftsarchitekt Hans Jürgen Baron stieß sowohl im Ortschaftsrat wie im Fachbereichs-Ausschuss Stadtentwicklung, Bau und Umwelt auf größte Resonanz. Die ersten Pläne dieses Teams wurden den Jungingern schon im Juni 2009 und im Oktober 2010 vorgestellt. Am Dienstagabend stand in der Alb-Halle die dritte Bürgerinformation an, etwa 230 Junginger waren dazu erschienen. Landschaftsarchitekt Baron präsentierte ihnen die jüngsten Ausarbeitungen, nach denen die Umgestaltung im Wesentlichen erfolgen dürfte. Jedenfalls hat ihr der Ortschaftsrat bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung schon mal zugestimmt.

Der Plan sieht vor, die Ortsverwaltung ins neue Dorfzentrum zu rücken. Und zwar auf eine Fläche, die heute noch Teil der Albstraße ist. Das neue Rathaus, das dort in unmittelbarer Nachbarschaft zur Feuerwehr entsteht, wird 27 Meter lang und 11,5 Meter breit. Das Erdgeschoss und eine Hälfte des ersten Obergeschosses werde die Volksbank beziehen, berichtete Ortsvorsteherin Marion Schindler im Anschluss an die Veranstaltung. Die Bank werde ihr heutiges Domizil in der Ehmannstraße aufgeben. Im zweiten Teil des Stockwerks richtet sich die Ortsverwaltung ein. Der Sitzungssaal werde ins Dachgeschoss verlegt. Außerdem soll das Haus Platz für eine Wohnung oder ein Büro oder eine Praxis bieten.

Die Albstraße/Beimerstetter Straße, eine Landesstraße, kann nicht aufs Ortsstraßeniveau zurückgestuft werden. Ihre Breite wird allerdings auf 6,5 Meer begrenzt, so dass noch alle Autos und landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die sie nutzen müssen, problemlos aneinander vorbeikommen.

Der Durchgangsverkehr kann zwar nicht ausgesperrt werden. Wer durch Jungingen hindurchfährt, soll aber durch die Änderung der Vorfahrtsstraßen-Regelung - die von Süden kommend in die Lehrer Straße und von Norden kommend in die Ehmannstraße abschwenkt - auf rücksichtsvolles Durchfahren der Ortsmitte hingewiesen werden. Die Bushaltestelle werde an zentraler Stelle gebaut. Auf dem neuen Dorfplatz, der zwischen dem neuen Rathaus, der Gastwirtschaft und den Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Albstraße/Ehmannstraße entsteht, sollen zudem Bäume gepflanzt werden, um den Platz noch ansprechender zu gestalten. Dazu muss die große Platane weichen. Rings um diesen zentralen Bereich soll es dann 40 Stellplätze für die Autos geben.

Wie schon während der zweiten Bürgerinformation im Oktober 2010 konzentrierte sich die Kritik einzelner Besucher auf die geplante Verkehrsführung. Während einigen die angestrebte Beruhigung nicht weit genug geht, prophezeien andere riesige Staus. Ein Apotheker beklagte, dass ihn schon der Bau der Tangente seit 2006 einiges an Kundschaft gekostet habe. Bald würden es noch weniger Kunden. An die Gewerbetreibenden im Ortsteil habe keiner der Planer gedacht.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Google & Co: Müssen die Internetgiganten zerschlagen werden?

Google, Amazon, Facebook: Die Digitalisierung hat Firmen hervorgebracht, die kaum Konkurrenz haben. In der analogen Wirtschaft gibt es dafür ein Wort: Monopol. weiter lesen