Wonnemar belügt Landratsamt: Ammoniak-Fässer im Freien gelagert

2,1 Tonnen Ammoniak hatte das Wonnemar über Wochen im Freien gelagert – auf Nachfragen vom Landratsamt Neu-Ulm aber stets behauptet, die Fässer seien leer. Die Verwaltung fühlt sich düpiert.

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So war ein Teil der Fässer Ende Juni gelagert, dann wurden sie in die Halle verfrachtet.  Foto: 

Über seine Stimmungslage verrät Richard Götz nichts. „Ich verspreche aber, dass wir der Sache auf den Grund gehen. Für kommende Woche ist ein Gespräch mit der Geschäftsführung des Wonnemar anberaumt“, sagt der Fachbereichsleiter Immissionsschutz und Abfallrecht im Landratsamt Neu-Ulm. Das Thema der Sitzung: die falschen Auskünfte, die die technischen Leitung des Freizeitbades gegenüber dem von Götz geleiteten Fachbereich erteilt hatte.

Auf dem Gelände der Eislaufanlage, waren über Wochen sechs Fässer gelagert, von denen nur eines leer war, wie sich jetzt herausgestellt hat. Vier waren befüllt, eines zur Hälfte: mit insgesamt 2,1 Tonnen Ammoniak. Das bestätigte Götz gegenüber der SÜDWEST PRESSE – auch dass das Wonnemar zwei Mal, einmal Ende Juni, ein andermal Anfang Juli, auf Anfrage seines Fachbereichs behauptet hatte, alles sechs Fässer seien leer. Offensichtlich waren sie auch als leer gekennzeichnet. „Landrat Thorsten Freudenberger und OB Gerold Noerenberg sind informiert.“

Über das Gefährdungspotenzial konnte Götz keine Auskunft geben, zumal dies in die Zuständigkeit der Kollegen von der Gewerbeaufsicht falle. Grünen-Stadträtin Sigrid Räkel-Rehner, die Ende Juni die Neu-Ulmer Polizei über die unsachgemäße Lagerung der Ammoniak-Fässer informiert hatte, misstraute von Anfang an der Behauptung, die Fässer seien leer. Sie fühlt sich jetzt bestätigt. Laut Gefahrstoffverordnung sei eine offene Lagerung nicht erlaubt, zumal in der Hitze Ende Juni/Anfang Juli. Das sei der eine Punkt. Der andere: die Verwaltung auf Nachfrage zu belügen, „das geht doch nicht“. Gemeinsam mit Rainer Juchheim von den Neu-Ulmer Grünen hatte sie anlässlich einer Sitzung des Wonnemar-Beirats bei Antonius Junker, dem Leiter der Freizeitanlage nachgehakt – und einen Volltreffer gelandet: Junker habe einräumen müssen, dass fünf der sechs Fässer entgegen der Angaben des technischen Leiters befüllt sind.

Aufgrund einer Reparatur der Kälteanlage habe Ammoniak „zwischengelagert“ werden müssen, in Fässer, die dafür zugelassen seien, ließ Junker über Wonnemar-Pressesprecher Ralf Grimminger mitteilen. „Der Grad der Befüllung ist für Außenstehende ohne Druckprüfung nicht im Detail nachvollziehbar“, nahm er seinen technischen Leiter in Schutz. Die Arbeiten an der Anlage dauerten noch an. Laut Junker lagern derzeit keine Ammoniakvorräte außerhalb der Anlage. Der Wonnemar-Leiter weist darauf hin, „dass zu keiner Zeit zusätzliche Ammoniakmengen gelagert wurden oder werden“.

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Kommentare

25.07.2015 10:12 Uhr

Wann kapiert man hier endlich,

dass das Wonnemar städtisch betrieben werden muss.Das Bad gehört den Städten Ulm/Neu-Ulm, wurde mit dem Geld der Steuerzahler umfangreich saniert. Warum muss das Bad stümperhaft von einem privaten Betreiber geführt werden?

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