Wohnungsnot: 1200 Interessenten für 20 Heimstätte-Wohnungen

Das Bekenntnis zum sozialen Wohnungsbau stand im Mittelpunkt der Vertreterversammlung der Ulmer Heimstätte, bei der es auch an mahnenden Worten an die Politik nicht fehlte.

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Bei der Ulmer Heimstätte ist man mit sich im Reinen und gerüstet für die Zukunft. „Die Finanzlage der Genossenschaft ist geordnet. Wir stellen uns mit aller Kraft den Aufgaben der heutigen Zeit“, kündigte Vorstandsmitglied Michael Lott bei der Vertreterversammlung im Stadthaus an. Dass die in der Vergangenheit „in vollem Umfang erfüllt“ worden sind, bestätigte Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Keßel und empfahl die Ausschüttung einer vierprozentigen Dividende.

Weit weniger entspannt sei die Lage auf dem Ulmer Wohnungsmarkt, machte Michael Lott anhand des Missverhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage deutlich: „Das Angebot an frei werden Wohnungen liegt zwischen 20 und 30. Dem stehen über 1200 aktuelle Wohnungsinteressenten gegenüber.“ Derzeit hat die Ulmer Heimstätte 5641 Mitglieder und für die Instandhaltung und Modernisierung deren Wohnungen im vergangenen Jahr über 7,8 Millionen Euro investiert, was rund 47 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche entspricht und „weit über den Empfehlungen des Landesverbandes der Wohnungsunternehmen“ (15 Euro pro Quadratmeter).

Obwohl Lott für das Geschäftsjahr 2016 mit einem etwas geringeren Ergebnis von zirka 1,2 Millionen Euro rechnet, will die Heimstätte auch weiterhin „alles, was ihr möglich ist unternehmen, um ihren Wohnraum zukunftsfähig zu modernisieren“ und neuen Wohnraum schaffen – „und das zu Konditionen, die für die Mitglieder bezahlbar sind“. Ungeachtet der „teilweise widrigen politischen Rahmenbedingungen.“

Die Politik habe „den sozialen Wohnungsbau sträflich vernachlässigt“, rügte Wolfgang Keßel und forderte den Einsatz von öffentlichen Mitteln. Erst jetzt habe die neue Landesregierung auf die „jahrelangen Mahnungen  unsererseits reagiert“.

So auch die Ulmer Stadtverwaltung, wie Baubürgermeister Tim von Winning sagte: „Wir müssen in einem großen Umfang Flächen bereit stellen und uns mit dem Segment des bezahlbaren Wohnraums beschäftigen.“ 350 neue Wohneinheiten pro Jahr seien zu wenig, das Ziel sei vielmehr das Doppelte. Innerhalb von fünf Jahren strebe man die Errichtung von rund 3500 Wohnungen an. Er sei sehr erfreut über den Beschluss des Gremiums, sagte Lott und signalisierte Kooperationsbereitschaft.

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