Wohnungen statt Parkplätze

Auf einem lange brachliegenden großen Grundstück in der Innenstadt entstehen Wohnungen. Die städtische Wohnungsgesellschaft UWS bebaut die derzeit als Parkplatz betriebene Fläche an der Keplerstraße.

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Hier ist derzeit noch für an die 100 Autos Platz. Bald aber sollen an der Ecke Keplerstraße/Carl-Ebner-Straße bis zu 60 citynahe Wohnungen entstehen. Im Hintergrund: das Mehrgenerationenwohnhaus der UWS. Foto: Oliver Schulz

32 Wohnungen hat die städtische Wohnungsgesellschaft UWS 2008 im ersten Mehrgenerationenwohnhaus in Ulm in der Schaffnerstraße geschaffen. Jetzt baut sie in direkter Nachbarschaft an der Keplerstraße zur Carl-Ebner-Straße weitere 50 bis 60 Mietwohnungen. So viel konnte UWS-Geschäftsführer Frank Pinsler bei einer öffentlichen Sitzung der Regionalen Planungsgruppe Mitte/Ost schon mal sagen, obwohl eigentlich noch gar nichts feststeht. Denn diese Erstinformation für Anwohner erfolgte so frühzeitig, dass noch nicht mal Pläne für das Bauvorhaben vorliegen.

Derzeit dient das jetzt von der UWS - ohne die bestehende Randbebauung - erworbene Grundstück noch als Parkplatz für etwa 100 Autos. Pinsler: "Das ist eine Interimslösung" und war so niemals geplant. "Dies war immer schon ein Wohnbaugrundstück." Tatsächlich sind in einem Masterplan der Stadt nach den Baulinien in groben Umrissen mögliche Baufelder die Straßen entlang abgesteckt. Wie die Bebauung aber konkret aussehen wird, soll erst ein Wettbewerb unter bis zu zehn Architekturbüros zeigen. Die Anregungen, die jetzt von der Bürgerschaft kamen, sollen in die Wettbewerbsvorgaben mit einfließen.

Tatsache ist für Pinsler, dass das 2400 Quadratmeter-Grundstück in City-Nähe "sehr, sehr viel Infrastrukturqualität" hat, samt den Schulen und der Straßenbahn vor der Nase. Er kann sich mit Blick auf den Umgebungsbestand ein fünfgeschossiges Gebäude vorstellen. "Wir werden dort keine Einfamilienhaussiedlung bekommen." In der Olgastraße geht es am Eck zum Hafenbad sogar auf sieben Geschosse hoch. Und: "Wir müssen zwischen erträglicher und notwendiger Dichte abwägen."

Pinsler gibt als Zielvorgabe eine Mischung aus Zwei-, Drei- und vor allem Vier-Zimmerwohnungen aus, um dem Willen des Gemeinderates gerecht zu werden, Wohnraum für Familien auch in der Innenstadt zu schaffen. "Große Wohnungen fehlen uns einfach im Stadtgebiet." Auch die soziale Mischung soll stimmen. So sind bei Auflage entsprechender Wohnbauprogramme auch öffentlich geförderte Wohnungen geplant, und besondere Wohnformen sind auch ein Thema, wie für eine Demenzgruppe oder für eine Inklusionsgruppe. Im Erdgeschoss schließlich ist eine gewerbliche oder gastronomische Nutzung denkbar, so wie im Mehrgenerationenhaus mit dem Caritas-Bistro auch.

Anwohner haben angeregt, Extraräume für Mülltonnen oder Fahrräder mit einzuplanen, die dann möglicherweise auch von den Bewohnern des benachbarten Mehrgenerationenhauses mitgenutzt werden könnten. Ob ein Teil der jetzt wegfallenden Parkplätze später wieder auf dem Gelände unterkommt, ist mehr als fraglich. Die Garage für Anwohner wird eher nicht zwei Geschosse tief werden, zumal der Stellplatzpreis dann ziemlich happig sein dürfte. In der Sedanstraße hat die UWS genau darauf verzichtet - und hat bei 64 Wohnungen selbst Probleme, 64 Stellplätze zu vermieten.

Nach der nun anstehenden Ausschreibung des Architektenwettbewerbs geht Pinsler für den Sommer mit einer Entscheidung der Jury aus, dann geht es ins Genehmigungsverfahren. Frühest denkbarer Baubeginn ist in einem Jahr.

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