Wohnungen für bis zu 2500 Menschen in Hindenburg-Kaserne geplant

Die Stadt Ulm wird die Hindenburg-Kaserne kaufen und zum neuen Quartier für bis zu 2500 Menschen umbauen lassen. Zu welchem Preis? Den wollen Käufer und Verkäufer jetzt gemeinsam ermitteln.

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Nur noch 300 Soldaten sind heute in der Hindenburg-Kaserne untergebracht. In absehbarer Zeit sollen auf dem Gelände einmal 2000 bis 2500 Menschen wohnen.  Foto: 

Ulrich Soldner und Michael Scharf haben am Mittwoch im Kasino der Hindenburg-Kaserne auf dem Eselsberg eine Vereinbarung unterschrieben. In der ist festgehalten, dass der Verkäufer der 8,6 Hektar großen Liegenschaft, die Bundesrepublik in Gestalt ihrer Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), und die Stadt Ulm "einen Ausgleich zwischen den städtebaulichen und strukturierpolitischen Zielen der Stadt und den wirtschaftlichen Interessen des Bundes" anstreben.

Soll heißen, wie Soldner, Chef der städtischen Liegenschaftsverwaltung, und Scharf, Verkaufsleiter der BImA, erläuterten: Die Zeit bis zum Sommer kommenden Jahres werde dazu genutzt, partnerschaftlich zu einem Verkaufspreis zu kommen. Der Kaufvertrag, so ist jetzt mal angepeilt, werde am 1. Juli 2015 geschlossen.

Soldner und Scharf, die sich seit vielen Jahren gut kennen und schon etliche Geschäfte miteinander abgewickelt haben, hoben den neuen Weg hervor, der mit dieser Vereinbarung beschritten wird. "Vor gar nicht so vielen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass potenzielle Käufer militärisches Gelände betreten durften, solange es genutzt wird", sagte Scharf.

In den zurückliegenden Wochen hatten sich aber schon Fachleute im Auftrag der Stadt Ulm in der Hindenburg-Kaserne kundig gemacht. In der sind aktuell noch etwa 300 Soldaten des Lazarettregiments 41 untergebracht.

Wie viel 8,6 Hektar Fläche an einem Südhang inmitten eines stadtnahen Wohngebiets wert ist, dürfte nicht allzu schwer zu ermitteln sein. Diffiziler wirds schon bei den Gebäuden. Welche können erhalten bleiben? Wie siehts mit ihrer Bausubstanz aus? Was würde es kosten, sie für zivile Zwecke umzubauen? Was, die übrigen Gebäude abzureißen? Stecken Altlasten im Boden? Greift auf dem Gelände Artenschutz? Oder Denkmalschutz? "Bisher war es üblich, dass eine Kaserne bis zu zwei Jahren leer stand, bis diese Fragen beantwortet waren", sagte Soldner. Wenn aber alles glatt laufe bei diesem Verfahren, dann könne der Umbau auf dem Kasernenhof unmittelbar nach der Eigentums-Übertragung starten.

Was soll auf dem Gelände passieren? Grundsätzlich, hieß es, biete es Platz für 800 bis 900 Wohnungen. Platz also für 2000 bis 2500 Menschen. In Stadtrats-Sitzungen wurde auch schon mal darüber diskutiert, ob dort ein zweites großes städtisches Hallenbad entstehen könnte. Vergleichsweise sicher sei bisher nur, dass die drei großen Häuser entlang des Mähringer Wegs stehen bleiben - eventuell auch als Unterkunft für Studenten, berichtete Soldner. Anregungen zur künftigen Nutzung erhoffe sich die Stadt vor allem aus dem Bürgerdialog, der dazu angesetzt werde.

Wohin gehen die Soldaten, die erst 2010 aus Horb in die mit hohem Aufwand hergerichtete Kaserne eingezogen sind? Ihr Regiment wird aufgelöst. Ein Teil wechselt zum neuen Sanitätsregiment 3 in die Dornstadter Rommel-Kaserne. Andere werden bundesweit versetzt. Schon heute werden wir von Tag zu Tag weniger", bekannte ein Soldat.

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