Wirtschaftskanzleien bündeln ihre Kräfte

Mittelständische Unternehmer verlangen von Anwaltskanzleien eine Beratung in allen wichtigen Wirtschaftsfragen. Daher fusionieren die Anwälte von Schneider Geiwitz mit den Kartell-Spezialisten von PF&P.

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Die Fusionspartner Prof. Christian Langbein (links) und Arndt Geiwitz. Sie wollen den Campus für Wirtschaftsrecht in Neu-Ulm ausbauen.  Foto: 

Durch eine Fusion entsteht in Neu-Ulm eine Anwaltskanzlei für Wirtschaftsrecht, die nach den Worten von Arndt Geiwitz in der "Champions League" spielt. Die Rechtsanwälte von Schneider Geiwitz & Partner fusionieren dabei mit der vom ehemaligen Schwenk-Justitiar Dr. Klaus Fett gegründeten und auf Kartellrecht spezialisierten Kanzlei PF&P im Hörvelsinger Weg in Ulm. Die fusionierte Kanzlei trägt den Namen SGP Rechtsanwälte und legt weitere Schwerpunkte auf Gesellschafts- und Vertriebsrecht sowie die Beratung bei Firmenzusammenschlüssen (Mergers & Acquisitions, kurz M&A genannt).

Die 17 Ulmer Anwälte ziehen nach Neu-Ulm in die Bahnhofstraße, wo Geiwitz das Gelände um das Venet-Haus mehr zu einem Anwalts-Campus ausweiten möchte. Die Kanzlei belegt auch einen Teil des am Bahntrog entstehenden Bürogebäudes, das Seniorpartner Werner Schneider baut, das aber schon vor Bekanntwerden der Kanzlei-Fusion weitgehend vermietet war.

Für die Ulmer Seite mit PF&P gehen Prof. Christian Langbein und Prof. Kai-Thorsten Zwecker in die Geschäftsführung der neuen Kanzlei, die nach den Worten von Geiwitz in jeder Hinsicht paritätisch geführt wird. Das Ziel laute, großen mittelständischen Firmen eine komplette Betreuung aus einer Hand anzubieten. Langbein bezeichnete es als Vorteil, dass Schneider Geiwitz ein starkes Standbein im Arbeitsrecht, aber auch im Mietrecht habe. Die Mittelständler der Region wollten verstärkt einen "Full Service".

Schneider Geiwitz bringt zwar die Rechtsanwälte in die neue Kanzlei ein, belässt aber die Insolvenzverwaltung sowie die Wirtschafts- und Steuerprüfung in ihren extra Strukturen. Dies sei auch ein Thema der "Hygiene", erläuterte Geiwitz. Man wolle mit der Insolvenzverwaltung nicht in die Sanierungsberatung eingreifen. Die Kanzleigruppe beschäftigt 270 Mitarbeiter und sieht sich als größte Kanzlei vor Ort.

Die Fusion der Rechtsanwälte ermöglicht es der Gruppe vor allem, schneller Spezialisten bei der Beratung mittelständischer Firmeninhaber heranzuziehen. Geiwitz und Langbein wollen gleichwohl nicht mit den einschlägigen Großkanzleien in Stuttgart und München mithalten. Geiwitz: "Wir bleiben bei unserer regionalen Orientierung." Langbein wies darauf hin, dass sich die Strukturen solcher Kanzleien auch in den Honoraren niederschlagen, was man jedoch nicht wolle.

Geiwitz ist regional vor allem als Insolvenzverwalter in namhaften Fällen wie Schlecker, Weltbild oder Kögel bekannt. Er agiert mit Kanzleigründer Werner Schneider als Seniorpartner des Unternehmens. Geiwitz ließ durchblicken, dass die Kanzlei viele prominente Unternehmer der Region betreut, nannte aber aus Diskretionsgründen keine Namen. Zuletzt war nur bekannt geworden, dass die Kanzlei Drogeriemarkt-Gründer Erwin Müller bei seiner privaten Selbstanzeige gegenüber den Finanzbehörden vertritt.

Zahlreiche Standorte

SGP Rechtsanwälte In der fusionierten Kanzlei SGP werden 32 Rechtsanwälte tätig sein, davon 17 am Standort Bahnhofstraße in Neu-Ulm. Weitere Standorte: Augsburg, Brüssel, Dresden, Erfurt, Frankfurt, München, Stuttgart. Der Ulmer Fusionspartner PF & P will außerdem an seinem in eigener Regie erstellen Firmengebäude im Hörvelsinger Weg festhalten.

Allein die Felder Kartellrecht und M&A werden mehr als 20 Anwälte bearbeiten.

 

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