Wie Gewalt eine Familie zerstört

Häusliche Gewalt ist eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder - sowohl körperlich als auch psychisch. Mit den Folgen beschäftigen sich die Frauenberatungsstelle und das Frauenhaus.

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Mit ihren zwei Kindern ist eine Frau ins Frauenhaus geflüchtet. Sie wurde von ihrem Mann jahrelang körperlich misshandelt, ihre Verletzungen mussten schon stationär in der Klinik versorgt werden. Die Frau ist durch die stetige Gewalt psychisch stark belastet und in psychologischer Behandlung. Ihre Teilzeitstelle hat sie wegen hoher Fehlzeiten verloren.

Die Kinder, die die Gewalt gegen ihre Mutter miterlebt haben, sind entwicklungsverzögert und verhaltensauffällig. Sie brauchen logopädische und ergotherapeutische Förderung. Obwohl sie schon oft beim Arzt und in der Klinik war, hat die Frau nie über die Gewalt gesprochen. Bis sie es irgendwann einfach nicht mehr aushielt.

Dieser Fall aus dem Frauenhaus ist nur einer von vielen, die ganz ähnlich ablaufen. Er verdeutlicht, welche Auswirkungen häusliche Gewalt auf eine ganze Familie hat, sagt Angelika Glaschick, die Geschäftsführerin des Vereins Frauen helfen Frauen, der Träger der Frauenberatungsstelle und des Frauenhauses. Die Hälfte der Frauen, die sich an die Beratungsstelle wendet, kommt wegen häuslicher Gewalt (siehe Info-Kasten). Sexuelle Gewalt ist für 30 Prozent der Anlass, sich Hilfe zu suchen - wobei einige Frauen auch beides erleben.

"Häusliche Gewalt ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation eines der weltweit größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder", sagt Glaschick. Körperlich natürlich, aber auch psychisch. Depressionen, Angstzustände, Essstörungen, Schlafprobleme oder Störungen des sexuellen Empfindens können Folgen der Gewalt sein. Die Mitarbeiterinnen unterstützen Frauen psychosozial, helfen ihnen bei Ämtergängen und allen Fragen weiter, bieten Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an und leisten vorbeugende Arbeit zum Beispiel an Schulen.

Gewalt gegen Frauen zieht sich den Erfahrungen der Mitarbeiterinnen nach quer durch alle sozialen Schichten. Frauen, die nicht berufstätig sind und damit über kein eigenes Einkommen verfügen oder die Kinder haben, sehen oft keinen anderen Ausweg, als Zuflucht im Frauenhaus zu suchen. Dort werden die Frauen betreut, es gibt aber auch spezielle Angebote für die Kinder.

Info Der Verein Frauen helfen Frauen stellt seine Arbeit am Samstag, 16. Juni, ab 10 Uhr am Münsterplatz Ecke Hirschstraße vor. Kontaktadresse: Tel. (0731) 61 99 06 oder www.fhf-ulm.de

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