Wie ein Wahlbrief von Beirut über Ulm nach Efringen kam

Es ist eine kuriose Geschichte: Hunderte Helfer – darunter auch Anja Hirschel aus Ulm – verhalfen einer Briefwählerin aus dem Libanon zu ihrem Wahlrecht.

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Ein Wahlbrief.  Foto: 

Knapp 3700 Kilometer sind es von Beirut nach Efringen-Kirchen bei Lörrach.  Dass es der Stimmzettel von Nathalie rechtzeitig zur Bundestagswahl dorthin geschafft hat, ist ein kleines Wunder – und tatkräftiger Hilfe aus Ulm zu verdanken. Anja Hirschel, ehedem Ulmer OB-Kandidatin und bei der Bundestagswahl von den Piraten ins Rennen geschickt, hatte via Twitter vom Etappenlauf gegen die Zeit Wind bekommen. Sie nahm den Brief am Samstag  um 20.09 Uhr auf Gleis zwei des Ulmer Hauptbahnhofs entgegen: aus den Händen einer älteren Dame, die mit dem ICE von Berlin nach Ulm gefahren war. 

„Ich hatte vorher ein Plakat geschrieben, auf dem draufstand, dass der Wahlzettel via Friedrichshafen nach Efringen muss“, erzählt  Hirschel. Ein freundlicher Herr habe sich bereit erklärt, den Brief im Regionalexpress mitzunehmen und in Friedrichshafen weiterzugeben – oder ihn beim Fundbüro am Bahnhof abzugeben. „Ich war nur ein kleiner Teil der Stafette“, sagt Hirschel.

Die Wahlbrief-Aktion hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die in Beirut bei einem Kulturprojekt mitarbeitende Nathalie aus Efringen-Kirchen hatte ihre Briefwahlunterlagen zu spät erhalten, wollte aber trotzdem wählen. Per Post wäre der Wahlbrief nicht mehr rechtzeitig in Deutschland angekommen. Die größte Hilfe kam von einem beruflich in Beirut weilenden „Zeit“-Reporter, der den Stimmzettel am Freitag mit nach Berlin nahm. Doch auch von da hätte der es vermutlich nicht mehr rechtzeitig auf dem Postweg ins Badische geschafft, trotz horrenden Eilbrief-Portos. Unter dem Twitter-Hashtag #Wahlchallenge wurden Hunderte auf den weiten Weg des Wahlbriefs aufmerksam und halfen mit ihn zu transportieren.

Die Aktion hatte Erfolg: Am Sonntagnachmittag erreichte der Brief das Efringer Bürgermeisteramt. 

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