Wie das Wengenviertel aus dem Dornröschenschlaf geholt werden soll

Kleines Geviert, große Perspektiven: Das Sanierungsgebiet Wengenviertel eröffnet privaten Eigentümern und der Stadtentwicklung im Zentrum Chancen. Es geht in die Höhe. Der Gemeinderat war begeistert.

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Das Wengenviertel zwischen Olgastraße und Fußgängerzone wird Sanierungsgebiet. Die Sanierungstreuhand (SAN) hat unter Federführung ihrer Geschäftsführerin Angela Wagner nach ersten Bürgerbeteiligungen einen Rahmenplan entwickelt, der in den Fraktionen des Gemeinderats hohe Erwartungen erzeugt, teils Begeisterung auslöst. Stimmen aus dem zuständigen Fachausschuss:

"Der Rahmenplan macht Lust auf Sanierung. Er verspricht exzellente Aufwertungen" (Gerhard Bühler, FWG). "Gute Vorschläge, deren Umsetzung aber Jahrzehnte dauert. Der Rundlauf-Autoverkehr muss unterbunden werden" (Birgit Schäfer-Oelmayer, Grüne). "Wenn einer anfängt, werden andere Appetit bekommen" (Dr. Bruno Waidmann, FDP). "Das Viertel hat keinen Ort zum Verweilen. Das ändert sich. Mit höherer Baudichte werden auch die Mietpreise steigen. Das ist die Zukunft der Entwicklung" (Hartmut Pflüger, SPD). "Mehr Grün, besser Parken, Verkehrsberuhigung - prima. Die Verdichtung darf aber nicht auf Kosten von Licht, Luft und Sonne gehen" (Siegfried Keppler, CDU). Diese Bemerkung veranlasste Baubürgermeister Alexander Wetzig, einen Konflikt zuzuspitzen: Mehr Wohnen, mehr Handel, mehr städtisches Leben in aufgewerteten öffentlichen Räumen seien nicht mit dem Wunsch vereinbar, jede Wohnungs- oder Ladentür mit dem Auto zu erreichen. "Im Schlüssel eins zu eins sind die Parkplätze im Quartier sicher nicht unterzukriegen." Generell: "Die Bereitschaft, längere Fußwege in Kauf zu nehmen, muss wachsen."

Auf die Risiken, die eine Sanierung in sich birgt, wies Annette Weinreich (Grüne) hin: Die "Superlage" in der Stadt dürfe nicht dazu verführen, das Wengenviertel mittelfristig zur exklusiven Wohnlage hochzujazzen, aus dem angestammte Bewohner verdrängt werden. Durch Sanierungssatzungen und städtebauliche Verträge müsse sichergestellt werden, "dass ein Anteil von 20 Prozent an bezahlbarem neuem Wohnraum entsteht, wenn wir höheres Baurecht zugestehen."

Wetzig und Chefstadtplaner Volker Jescheck hatten zuvor die Schwächen des Viertels analysiert und dem seine perspektivischen Stärken entgegengestellt. Nach den Worten Jeschecks handelt es sich im Wengenviertel nicht um eine Sanierung im klassischen Sinn mit Erhaltung historischer Bausubstanzen. Vielmehr gehe es um die Behebung von Funktionsschwächen. Gestärkt werden sollen die klassischen innerstädtischen Funktionen des Wohnens, des Handels, der Dienstleistung. Besser verflochten werden soll das Wengenviertel mit dem künftigen Sedelhöfe-Quartier und der Hirschstraße. Geschehen werde dies in Abstimmung mit den Eigentümern und Bewohnern schrittweise und in einem mehrjährigen Prozess. Hausbesitzern können ihre Gebäude "moderat verdichten durch Aufstockung auf vier Vollgeschosse plus ausgebautem Dachgeschoss"; an "städtebaulich exponierten Orten" sollen auch fünf Stockwerke möglich sein. Die SAN denkt in sieben Bausteinen, darunter das Irrgängle, unter ihm dem soll eine Quartierstiefgarge entstehen.

Das Sanierungsgebiet
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