Wie Bogy und Bors den Schülern die Berufswahl erleichtern

Er untersucht Tumore in Mäusegehirnen, sie bereitet Verträge vor und organisiert Bands - Praktikanten können inzwischen eine große Bandbreite an Berufen ausprobieren und kleine Aufgaben übernehmen.

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Ob im Krankenhaus, Labor, im Büro, einer Gärtnerei oder in der Küche eines Restaurants, fast jeder Betrieb bietet Praktikumsplätze für die vielen Schüler an, die auf der Suche nach einer Stelle sind. Schon 14-Jährige schnuppern in die Arbeitswelt rein. Oft ist ein Sozialpraktikum der Einstieg, wie für Lea und Hannah. Die beiden 14-Jährigen haben im Kindergarten Pezzetino geholfen, weil sie Spaß am Umgang mit Kindern haben.

Dadurch, dass fast alle Schulen Berufsorientierungen vorschreiben, müssen Jugendliche aber auch mit Absagen rechnen - die Nachfrage ist zu groß. Doch die Mühe dranzubleiben lohnt sich: ein Praktikum in einem Job, der interessant ist und spannende Aufgaben bereithält, kann eine gute Hilfe bei der späteren Berufswahl sein. Außerdem ist es wichtig, die eigenen Stärken - und auch Schwächen - besser einschätzen zu können.

An den staatlichen Gymnasien ist die Berufsorientierung (Bogy) eines von mehreren Praktika. Beim Kultusministerium, das die Idee der Bogy-Woche verwirklicht hat, heißt es dazu: "Im Betriebspraktikum sollen die Schüler durch eigenes Tun und unmittelbare Anschauung Einblicke und Erfahrungen in die Arbeitswelt erhalten."

Praktika kommen bei den Schülern meistens sehr gut an. Sie bringen Abwechslung neben dem Schulalltag. Das findet auch Zoe Moll, die einen der beliebten Plätze beim Ulmer Zelt ergattert hat. "Ich kümmere mich um Werbung und organisiere auch Bands", erzählt die 15-Jährige, die als Waldorf-Schülerin ein längeres Praktikum über fast ein halbes Jahr machen darf.

Wichtig ist nicht nur die Arbeit selbst. Eine gute Vorbereitung finden alle Arbeitgeber wichtig. Sie schätzen es, wenn Schüler sich vorher erkundigen, was ihre Aufgaben sein werden. Damit minimiert man die Gefahr, dass man das Praktikum mit falschen Erwartungen angeht.

"Wenn Praktikanten mit völlig falschen Vorstellungen kommen, fragt man sich schon, woher das kommt", sagt Tanja Leger-Pfisterer vom Ingenieurbüro Bauer&Partner.

Wer auf Stellensuche geht, sollte sich vorher ausreichend informieren, ob der Betrieb auch wirklich ein Bogy anbietet und man überhaupt das machen darf, was man sich vorstellt. Arztpraxen und andere Berufe, bei denen man nur mit besonderer Zulassung richtig arbeiten kann, sind nicht zu empfehlen.

Wer sich für solche Berufe interessiert und Alternativen sucht, kann etwas in der soziale Richtung ausprobieren oder im Labor arbeiten. Diesen Weg hat Lasse Fuchs gewählt. "Ich interessiere mich für Medizin", sagt der 16-Jährige. Im Labor der Uniklinik am Safranberg darf er nun mitarbeiten und selbst beispielsweise Versuche durchführen. "Hier wird gerade nach Lösungen gesucht, Gehirntumore rechtzeitig zu entdecken und die Ausbreitung zu verhindern", erklärt Lasse, der selbstständig Tumore in Teilen von Mäusegehirnen näher anschauen und nach Möglichkeiten forschen darf, sie einzudämmen.

Genau das ist es, was die meisten Schüler schätzen: Wenn man etwas tun darf und nicht nur herumsitzt. Auf der Suche nach einem interessanten Praktikumsplatz darf man auch Bekanntschaften nutzen - doch bewerben sollte man sich immer persönlich und nicht die Mama schicken oder anrufen lassen.

Bogy und Bors
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