Wettstreit der Titanen endet im Walzer-Feuerwerk

Einen schwungvollen Jahresausklang bot die "Symphony Prague" mit Wagner, Verdi, Dvorák und Walzerkönig Strauß 500 Zuhörern in der Pauluskirche.

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Erstmals in Ulm zu Gast war die "Symphony Prague". In der Pauluskirche überzeugten sie und ihr Dirigent tefan Britvík mit der Gala der Klassik.  Foto: 

"Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft": Mit einem flotter Rausschmeißer, der zum Mitklatschen und Mitpfeifen animierte, endete das musikalische Feuerwerk zum Jahresausklang. Die Gala der Klassik der "Symphony Prague" mit zwei Spitzensolisten aus eigenen Reihen zu Gunsten der Aktion 100 000 und Ulmer helft ließ bei den mehr als 500 Besuchern keine Wünsche offen - allenfalls den nach einer dritten Zugabe.

Wo Gala draufstand, war auch Gala drin. Wer Tourneeroutine befürchtet hatte, war angenehm überrascht - teils von der hohen Klasse des 45-köpfigen Orchesters, das europaweit tourt und jetzt erstmals in Ulm gastierte, teils von Dirigent tefan Britvík. Zeigte er sich bei der Begrüßungsverbeugung ohne Lächeln stocksteif, die Hände an der Hosennaht, so sorgte er am Pult mit großem Gestus für brillante Qualität.

Wagner und Verdi, die heuer 200. Geburtstag hatten, spielten bis zur Pause die Hauptrolle. Vortritt hatte der Deutsche mit der Ouvertüre zur Oper "Die Meistersinger von Nürnberg": edle Streicherkultur, makelloser Bläserglanz, ein wuchtiger Klangrausch, der an die Grenzen der fast voll besetzte Pauluskirche führte. Berührende Romantik dann in Wagners Albumblatt-Romanze mit Konzertmeister Miroslav Vilímec als Solist. Wunderbar zartbesaitet sang seine Violine bis in paradiesische Höhen.

Verdi nahm mit Melodiereichtum für sich ein. "La forza del Destino" kam mit Fanfarenstößen, "Nabucco" mit Tutti-Dramatik, beseeltem Oboe-Solo und dem "Gefangenenchor"-Thema in schönsten Farben zur Geltung.

Auf Wagner, der dem Applaus nach knapp die Nase vorn hatte, folgte Dvorák. Mit Temperament und Herzblut feuerte das Orchester prestissimo die "Slawischen Tänze" ab (Nr. 8, 9 und als Zugabe Nr. 15). In der populären Humoreske betörte Violinist Vilímec erneut. Publikumsliebling wurde Petr Nemecek als Solist auf dem Fagott in Julius Fucíks "Der alte Brummbär". In der "Tritsch-Tratsch-Polka" und "An der schönen, blauen Donau" hing der Himmel des Walzerkönigs Strauß voller Geigen: Alle, beschwingte Musiker und applaudierfreudiges Publikum, waren happy.

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