Wetterbilanz des Sommers - Sonne scheint wieder

Für die Meteorologen geht am Sonntag ein durchwachsener Sommer zu Ende. Kalendarisch jedoch besteht noch Aussicht auf ein paar warme Sonnentage. Nächste Woche soll das Thermometer auf 25 Grad klettern.

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Typisch August: Die kurzen Sonnenphasen können die Regentropfen kaum trocknen, schon folgt der nächste Schauer. Nächste Woche aber werden die Äpfel an den Bäumen je nach Sorte noch rote Backen bekommen.  Foto: 

„Durchwachsener Sommer – erst schöne Phasen und zuletzt viel Regen“ hatte die SÜDWEST PRESSE am 31. August 2010 berichtet. Und am 11. August 2011 stand in der Zeitung: „Die Obsternte ist der Hammer – so schlecht war der Sommer gar nicht.“ All dies trifft auch auf den diesjährigen Sommer zu; mit ein paar Abweichungen im August.

„Wir hatten im August nur vier Sommertage, das sind bei uns die Tage mit 25 Grad und wärmer“, kommt Christian Kronfeldner, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Stuttgart, auf die Bilanz im regnerischen und kühlen August auch in der Ulmer Region zu sprechen. Denn hier es gab in diesem Monat nur 162 Sonnenstunden. Zum Vergleich: Der langjährige Mittelwert liegt bei 220 Stunden. Einen Supersommer-August gab es bisher nur im Jahr 1962 – mit 306 Stunden Sonnenschein.

Bescheiden waren zuletzt auch die Temperaturen: Vom 1. bis 10. August war es zwar noch mäßig, dann aber „zu kühl“, bestätigt Kronfeldner. Um die durchschnittliche Temperatur zu errechnen, misst der Automat Tag und Nacht jede Stunde die Temperatur. Dies geschah bislang am Kuhberg, und ab kommenden Montag arbeitet die neue vollautomatische Wetterwarte in Mähringen. Der Tag-und-Nacht-Wert wird dann durch 24 geteilt. Aufgerundetes Ergebnis für 31 Augusttage: 15,7 Grad. Das langjährige Mittel liegt bei 16,5. „Der Monat war nur um 0,8 Grad zu kalt“, widerspricht Kronfeldner den allgemein gefühlten Temperaturen.

Ursache für das miese Sommerferienwetter waren die vielen Tiefdruckgebiete. Und weil während der häufigen Gewitter kaum Wind wehte, gab es meist Starkregen neben Blitz und Donner. So prasselten allein im August 115 Liter auf einen Quadratmeter Boden.

Betrachtet man den gesamten Ulmer Sommer, kam trotz des trockenen Junis mit dem Hochsommertag am 9. mit 33,8 Grad ebenfalls einiges an Regen zusammen: 240 Liter pro Quadratmeter. Erstaunlich: Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,5 Grad, „um ein Prozent zu warm“, sagt Kronfeldner. Zudem gab es immerhin 470 Sonnenstunden, der Langjährige liegt bei 692.

Das kann sich im restlichen kalendarischen Sommer nur noch steigern: „Ab Anfang nächster Woche wird es deutlich wärmer mit mehr Sonne“, verspricht der Meteorologe. Mitte der Woche könne es noch mal 25 Grad warm werden, dank des Hochs namens Görge.

Dass dann der blaue Himmel eventuell durch Vulkanasche aus Island getrübt wird, sei nicht der Fall. „Diese Asche ist fast nicht sichtbar, sie ist nur gefährlich für die Triebwerke von Flugzeugen.“ Aber wer verbringt schon in Island seinen Spätsommer-Blitzurlaub.

Zweimal Herbstanfang

Der meteorologische Anfang Er ist immer am ersten Tag desjenigen Monats, in dem auch der kalendarische Anfang ist, damit die Meteorologen die Wetterdaten und die Monatsmittelwerte leichter berechnen können. Am Montag, 1. September, ist daher der meteorologische Herbstanfang.

Der kalendarische Herbstanfang Der ist dieses Jahr am 23. September, denn er richtet sich nach dem Stand der Sonne über dem Äquator. In Mitteleuropa liegen an diesem Tag zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang genau zwölf Stunden. Auf der Nordhalbkugel beginnt der Herbst, und auf dem gegenüber liegenden Teil des Äquators hält der Frühling Einzug.

Ab in den Urlaub: Wie die großen Ferien noch schön werden

Bücherei Schlechtes Wetter und Ferien – „da ist bei uns immer viel los“, sagt Gabriele Koukol, die Leiterin der Kinderbibliothek in der Ulmer Zentralbibliothek. Und weiter: „Diese Woche war es extrem.“ Es hielten sich viele Gruppen in der Kinderbibliothek auf, die erkennbar zu Ferienfreizeiten gehören, erzählt sie. Ebenso zieht es Großeltern, die Besuch von ihren Enkeln haben, in die Bibliothek, zum ausgiebigen Vorlesen. Familien, deren Tagesausflug ins Wasser gefallen ist, „halten sich bei uns auf“. Koukol bezeichnet den Zulauf als „schönen Ferienbetrieb“.

Reisebüro Noch schnell in die Sonne. Das wünschen sich viele Familien, doch die Hotels an begehrten Urlaubsorten sind ausgebucht, sagt Angelika Windischmann, Tourismus-Kauffrau im SWP-Hapag-Lloyd-Reisebüro. „Wer jetzt ins Warme will, ist zu spät.“ Gibt es noch vereinzelt Plätze, dann sind die Preise hoch. „Schnäppchen sind nicht drin.“ Wer für Anfang September sucht, müsse mit 750 Euro pro Person rechnen, etwa für eine Woche nach Mallorca inklusive Flug und Hotel. Das sei den Meisten zu teuer. Last minute-Angebote eignen sich weniger für Familien, da sie spontan sein müssen. Windischmann empfiehlt, spätestens im Mai den Sommerurlaub zu buchen und so Ermäßigungen einzuheimsen. ate

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