Westringtunnel wird 2013 zu Ende saniert

Anders als zunächst geplant soll die zweite Hälfte des Westringtunnels schon im kommenden Jahr saniert werden. Im Sommer ’14 wird die Adenauer- brücke so weit hergerichtet, dass sie bis zu einem unumgänglichen Ersatzbau hält.

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Die Stadtverwaltung ist mit der Firma H. Junger aus Irdning in der Obersteiermark vollauf zufrieden. Das, was ihre Arbeiter bei der Sanierung von 270 Metern Tunnel unterhalb des Söflinger Kreisels leisten, sei qualitativ gut. Gerade so gut organisiert sei die Baustelle. Der Zeitplan werde eingehalten. Die Arbeiten an diesem Stück werden bis zum 30. November abgeschlossen sein, versprach der städtische Verkehrsplanungschef Thomas Feig.

Nachdem sich auch das jetzige Umleitungssystem bewährt habe, soll die südliche Hälfte der westlichen Röhre im Westringtunnel schon im kommenden Jahr saniert werden. Ursprünglich waren diese Arbeiten für das Jahr darauf vorgesehen, erinnerte Baubürgermeister Alexander Wetzig, um festzuhalten: „Unsere heutige Botschaft lautet also, wir bauen weiter.“

Bevor geschafft werden kann, müssen die Arbeiten im Wert von zehn Millionen Euro erst mal wieder ausgeschrieben werden. Die Hoffnung der Ulmer ist groß, dass die Österreicher mit ihrem Angebot erneut zum Zuge kommen. Gegenüber möglichen Wettbewerbern hätten sie einige Vorteile, hieß es: Sie kennen das Projekt genau. Gleichermaßen sind ihnen die Firmen vertraut, mit denen sie vor Ort zusammenarbeiten.

IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle findet die Vorverlegung der Arbeiten „völlig in Ordnung“. Für die Autofahrer und die Erreichbarheit der Stadt bleibe „alles wie gehabt“. Als vor drei Jahren die östliche Röhre des Westringtunnels saniert wurde, hagelte es jede Menge Kritik. Unter anderem echauffierte sich die Wirtschaft über häufige Verkehrsstaus. Um die Abläufe bei künftigen Sanierungs-Abschnitten zu verbessern, holten sich IHK und Stadt Ulm daraufhin gemeinsam externen Rat, der beim aktuellen Sanierungsabschnitt zur Entspannung im Verkehrsfluss geführt hat.

Im vergangenen Jahr herrschte noch keine Klarheit, wie es mit der 1954 über die Donau gespannten Adenauerbrücke weiter geht, die zur Hälfte der Stadt Ulm, zur Hälfte dem Bund gehört. Inzwischen hat das Staatliche Bauamt Krumbach im Auftrag des Bundes mitgeteilt, dass ihre Sanierung von Grund auf unwirtschaftlich wäre. Die Brücke soll innerhalb des Jahrzehnts durch einen Neubau ersetzt werden. Die Kosten dafür werden auf 20 Millionen Euro geschätzt. Damit die Adenauerbrücke bis dahin hält, lässt sie die Stadt im Sommer kommenden Jahres so weit wie nötig herrichten. Dazu wird sie von sechs auf vier Fahrspuren verengt.

Während seiner Sitzung am Dienstagabend hat der Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung, Bau und Umwelt dem Verwaltungsvoschlag zugestimmt.

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Kommentare

04.10.2012 17:07 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Ulm, die Stadt der - gewollten - Staus””

Den Läden in der Innenstadt geht es sehr gut, in 1A- und 1B-Lagen werden sie kaum dauerhaften Leerstand finden. Nicht die geringste Ahnung, wie Sie zu einem gegenteiligen Argument kommen... ich mach mir die Welt, widdewiddewie sie mir gefällt?

Die Neutorbrücke wird weiterhin für den MIV offenbleiben, in unverändertem Maße, da die Stadt für die Straßenbahn, für Fußgänger, Radfahrer und Busse eine neue Brücke über die Gleise bauen wird. Sowas autofreundliches aber auch...

Aber vermutlich meinten Sie eh die Herdbrücke, was Sie in ihrem heiligen Furor gegen alle Fakten nicht mehr so wirklich geistig parat hatten. Das ist in der Tat eine Diskussion, die zu führen es sich lohnt - wenn, dann allerdings im Kontext einer ebenfalls bald anstehenden Sanierung oder gar eines altersbedingten Neubaus, auch hinsichtlich einer möglichen Straßenbahnlinie nach Neu-Ulm. Das ist durchaus komplex, mit guter Planung aber zu lösen.

Wenn schon rummaulen, dann doch bitte mit Substanz.

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04.10.2012 17:01 Uhr

Antwort auf „Ulm, die Stadt der - gewollten - Staus”

Du meine Güte, wo fangen wir jetzt an.

Die Adenauerbrücke wird sanierungshalber zeitweise auf vier Streifen verengt, um sie bei laufendem Betrieb herrichten zu können. Minimalinvasiver Eingriff, Alternativen: Wochenlange Vollsperrung oder zugucken, wie sie zerbröselt. Welche Alternative wäre Ihnen lieber?

Die Frauenstraße, ehemals das historische Ulmer Stadtzentrum, als breite Durchfahrtsstraße auszubauen war ein Fehler der Nachkriegszeit. Der Rückbau von einer engen vierstreifigen Stadtautobahn, die die historische Altstadt teilt, zu einer zweistreifigen Straße mit dritter Optionsspur in der Mitte ist ein städtebaulich und infrastrukturell guter Kompromiss, zumal die vierstreifige Olgastraße und Münchner Straße sowie die dreistreifige Neue Straße zum CCU hin eine gute Alternative ist. Über Jahrzehnte galt das Imperativ des MIV, jetzt wird das Verhältnis wieder korrigiert.

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04.10.2012 08:10 Uhr

Antwort auf „Ulm, die Stadt der - gewollten - Staus”: Ulm - die autofeindliche Stadt?

Ich vergaß doch glatt, die Neutorbrücke zu erwähnen, die ja auch zu einem besseren Fahrradweg gemacht werden soll: Tempo 30, Verengung der Fahrspuren.

Man könnte auch sagen: Ulm - die autofeindliche Stadt?

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04.10.2012 08:08 Uhr

Ulm, die Stadt der - gewollten - Staus

'Die Adenauerbrücke wird von sechs auf vier Fahrspuren verengt.'

Oh, Ulm und die Grünen sowie Teile der SPD haben wieder einmal einen Grund gefunden, dringend benötigte Fahrspuren zu zerstören. Wenn ich mir die scheibchenweise Entwicklung in Ulm mit Frauenstraße - zuerst für Baustelle eine Spur gesperrt, jetzt dauerhaft zerstört - und neue Straße und Brücke am Bahnhof anschaue und die (Öko-) Stimmen, die laut werden und eine dauerhafte Schließung der für Bauarbeiten geschlossenen Straßen fordern mit dem Argument 'Oh, die Staus sind doch gar nicht so schlimm' - da steht zu befürchten, dass Ulm seine eigene Basis zerstört.

So nicht, liebe Ulmer Planer! Die Bürger stimmen mit den Füßen ab. Viele gehen schon einfach nicht mehr in die Innenstadt - und dann wundert man sich, warum lieber Senden oder Blautalcenter frequentiert werden und warum die Geschäfte in der Ulmer Innenstadt Probleme mit Kunden haben.

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