Wenn die Atmung aussetzt

Atemaussetzer im Schlaf sind nicht nur lästig, sie können auch gefährlich sein. Bei einer Selbsthilfegruppe finden Betroffene Rat.

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Anschlüsse oben am Kopf, mit elektrisch leitenden Gipspflastern fixiert, um die Schlafphasen abzulesen. Um Bauch und Brust kommen elastische Gurte, die Unterschenkel werden verkabelt und an der Brust werden Elektroden für ein EKG befestigt. Sie sollen messen, ob man in der Nacht mit den Zähnen knirscht. Millionen Deutsche leiden unter unruhigem Schlaf, die Ursachen lassen sich aber erst in einem Schlaflabor diagnostizieren.

„Wer weiß, dass er unter Atemaussetzern im Schlaf leidet, sollte wirklich dringend in ein solches Schlaflabor“, sagt Gisela Schäfer. Denn die meisten von ihnen leiden vermutlich unter obstruktiver Schlafapnoe.

Die Betroffenen haben nachts immer wieder Atemstillstände (Apnoen). Oft wachen sie nach den Aussetzern kurz auf, Blutdruck und Herzfrequenz steigen, ein Mords- stress für den Körper. „Dadurch steigt das Risiko für einen Schlaganfall oder Diabetes“, sagt Schäfer. Seit drei Jahren geht sie regelmäßig zu den Treffen der Selbsthilfegruppe Schnarchen-Schlafapnoe Ulm/Neu-Ulm/ Alb-Donau. Ein Jahr länger ist sie bereits in ärztlicher Behandlung.

Mittlerweile trägt sie nachts eine Atemmaske, die eine kontinuierliche Luftzufuhr gewährleistet. Tipps wie Seitenschlafen, oder sich Tennisbälle hinten in den Schlafanzug zu nähen, damit man sich nachts nicht auf den Rücken dreht, hätten bei ihr nicht geholfen.

Eine Erklärung für ihre Atemaussetzer hat Gisela Schäfer bisher noch von keinem der Ärzte bekommen. Übergewichtig ist sie nicht und sie raucht nicht. „Bei manchen, sagt man, sei es auch einfach nur Veranlagung“, sagt Schäfer. „Vielleicht bin ich halt einfach auch nur nachts zu faul zu schnaufen.“

Heilen kann die Maske, die im Flieger auf Sprengstoff getestet wird und die in Verbindung mit einem Schlafapnoe-Ausweis immer auf Reisen mitgeführt werden sollte, nicht. „Man muss sie eben lebenslang tragen wie eine Brille“, sagt Schäfer. Die Treffen der Selbsthilfegruppe, die von Manfred Marquet geleitet werden, helfe ihr aber, mit der Krankheit gut umzugehen.

1999 wurde die Selbsthilfegruppe von zehn Betroffenen gegründet und wuchs in kürzester Zeit auf über 90 Mitglieder an. Mittlerweile füllen die Vorträge, die fünf Mal im Jahr angeboten werden, ganze Säle. Dafür lädt die Gruppe Mediziner als Referenten in die Gaststätte des TSV Neu-Ulm, in der die Treffen stattfinden.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben“, sagt der Vorsitzende der Gruppe. Dazu gehöre auch die Handhabung der technischen Therapie-Geräte. Letztlich, meint Schäfer, leide man nicht nur selber unter Schlafapnoe, sondern auch der Partner.

Info

Gruppentreffen Zeiten, Orte und Ansprechpartner über das Selbsthilfebüro KORN, Tel. (0731) 880 344 10, E-Mail: kontakt@selbsthilfebuero-korn.de.

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