Weltklasse-Turmläufer gewinnt

Der Münsterturmlauf mit dem Sieger, dem weltberühmten Treppenläufer Christian Riedl, hat den City-Münstertag gerettet. In den paar Läden, die noch geöffnet hatten, war kaum was los an dem Hochsommertag.

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„Als ich ihn unter mir schnaufen hörte, habe ich mich an die Mauer gedrückt und ihn vorbeigelassen“, erzählte Dekan Ernst-Wilhelm-Gohl, erster Starter beim 5. Münsterturm-Lauf am Samstag. Trotz eigener Anstrengung bei seinem insgesamt fünften Lauf – „es war schrecklich, Treppen laufen macht doch keiner“ – habe ihn vor allem eines beeindruckt: Startnummer zwei – Christian Riedl, Weltrekordhalter im 12-Stunden-Treppenlaufen – hat sich in der höllisch engen Wendeltreppe an den jeweils folgenden Stufen quasi hochgezogen. So nahm er 3,37 Stufen pro Sekunde. 560 Stufen waren es bis zum Ziel, dem zweiten Turmkranz.

Klar, dass Riedl siegte (siehe Infokasten) und dass er schneller war als sämtliche Teilnehmer aller Ulmer Turmläufe zuvor. „Ich bin zum ersten Mal in Ulm und noch nie einen so alten Kirchturm hinaufgelaufen“, sagte der 34-jährige Erlanger. Das Empire State Building kennt er besser. Und wie fand er die Skyline von Ulm: „Der Schapfenmühlenturm reizt mich.“

Für BBB, Bauch, Beine, Po, hat Markus Tluczikont aus Neu-Ulm was getan. Mitmachen beim Turmlauf sei alles, meinte der 40-Jährige. Michael Zorn (43) aus Berlin nahm spontan mit seinem Neffen Adrian Thamm (20) teil. Sie hatten zunächst als Touristen vor einem gesperrten Turm gestanden, wollten aber partout hinauf.

Lediglich hinaufgeschaut, wo die Trikots der Towerrunner durch die Turmschächte blitzten, hat Ottilie Karp (74) aus Ulm. Sie war mit ihrer Freundin extra zum Münstertag in die City gekommen, „wenn in Ulm schon mal was los ist“. Beim Shoppen in den Geschäften, die manche Waren zugunsten des Münsters reduziert hatten, fand Ottilie Karp aber nichts Passendes. Und einen Prosecco an der Bar wollte sie auch nicht trinken „bei der Hitze“.

Fazit von City-Manager Henning Krone: „Wetterbedingt war die Stadt nicht so voll wie erhofft, und so wurde im Einzelhandel auch nicht so viel umgesetzt.“ Aber die Kinder hatten Spaß auf dem Münsterplatz: Der Surfsimulator und die Skateboards waren stets besetzt – alles zugunsten des Münsters.

Die ersten drei Platzierten

Männer 1.Christian Riedl (2:44,3 Minuten), 12-Stunden-Treppenlauf-Weltrekordhalter aus Erlangen;

2. Patrick Schäfer (2:50,2 Minuten) vom TSV Herbrechtingen; 3. Rolf Majcen (3:01,3 Minuten), Extremsportler aus Teesdorf, Niederösterreich.

Frauen: 1.Karoline Binder (3:44,2 Minuten), Marathonläuferin aus Stuttgart; 2. Ursula Fuchs (3:51,3 Minuten) aus Ulm: „Da muss man einfach mitmachen“;

3. Jana Kasper (4:03,0 Minuten) aus Frankfurt und bisher noch nie beim Ulmer Turmlauf dabei.

City-Manager Zum ersten Mal hat Henning Krone am Münster-Turmlauf teilgenommen. Sein Kommentar nach 6:47,3 Minuten: „Sehr anstrengend, allen Teilnehmern gilt höchster Respekt.“ Er spüre bereits die Übersäuerung seiner Oberschenkelmuskeln.

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