Wechsel an der Spitze des Polizeipräsidiums

Zum 1. September gibt es einen Wechsel an der Spitze des auch für Neu-Ulm zuständigen Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West in Kempten. Auf Hans-Jürgen Memel folgt Werner Strößner aus Augsburg.

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    Geht in den Ruhestand: Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel. Foto: 
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    Folgt Memel als neuer Präsident: Werner Strößner. Foto: 
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48 Jahre lang war Hans-Jürgen Memel im aktiven Polizeidienst, jetzt wird er nach fünfmaliger Verlängerung seiner Dienstzeit in den Ruhestand verabschiedet. Am Donnerstag findet im Fürstensaal der Kemptener Residenz die Feierstunde statt, am Sonntagabend endet dann offiziell die Dienstzeit des auch für Stadt- und Landkreis Neu-Ulm zuständigen Polizeipräsidenten.

Memel war seit 1995 Leiter der Polizeidirektion Kempten und wurde 2008 Präsident des neu geschaffenen Präsidiums, dessen Zuständigkeitsbereich sich von Oberstdorf im Süden bis Neu-Ulm im Norden mit etwa einer Millionen Menschen erstreckt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann lobt Memel in einer Mitteilung an die Medien für den Strukturaufbau und den Ausbau der so genannten Schleierfahndung, nach dem Wegfall der Grenzkontrollen in Zentraleuropa.

Als sein Nachfolger wird Werner Strößner genannt, der zuletzt Vizepräsident des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, in Augsburg, ist. Strößner begann seine polizeiliche Laufbahn 1975 und war von 1996 bis 2010 im Innenministerium in München tätig, wo er Leiter des Sachbereichs Organisation und Dienstbetrieb war. Seither tat er in Augsburg seinen Dienst und wechselt jetzt zum 1. September nach Kempten ins Allgäu. Wie Innenminister Herrmann mitteilen lässt, hat der neue Polizeipräsident "große praktische Einsatzerfahrung".

Die wird ihm bei der Lösung zweier größerer Konflikte wenig helfen, weil sie interner Natur sind. Beide Fälle hängen möglicherweise zusammen und haben eine Verbindung zur Dienststelle Neu-Ulm, wo seit bald anderthalb Jahren ein Ermittler der für den gesamten Präsidiumsbereich zuständigen Kriminalpolizei mit zentralen Aufgaben (KPI-Z) vom Dienst suspendiert ist. Die Rede ist von einem Kemptener Drogenfahnder, bei dem im Februar 1,6 Kilogramm Kokain gefunden wurden.

Beide Fälle wollte der scheidende Präsident Memel gerne noch in seiner Amtszeit beendet haben, was allerdings nicht in seiner Macht stand. Die Ermittlungen gegen den Drogenfahnder aus Kempten führen das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft München I, die aber keine Auskunft zum laufenden Verfahren geben. Und auch das Disziplinarverfahren gegen den Ermittler der Sondereinheit wird nicht in Kempten geführt, sondern beim Polizeipräsidium München. Und auch dort gibt es keine Auskunft zum weiteren Verlauf der Dinge.

Wie mehrfach berichtet, steht der Verdacht im Raum, dass der Neu-Ulmer Beamte der Spezialeinheit seinem Kollegen in Kempten auf die Spur gekommen ist, der sich seinerseits mit falschen Anschuldigungen des Verfolgers entledigte. Der Verdacht des Geheimnisverrats hat sich als falsch erwiesen, die Ermittlungen wurden eingestellt. Dennoch ist der Beamte immer noch vom Dienst suspendiert.

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