Was Jugendliche sich von der Stadt Ulm wünschen

|

Endlich einen Starbucks, mehr Gastronomie-Ketten wie Hans im Glück, mehr Klamotten-Ketten mit günstiger junger Mode wie Pull & Bear – das sind nur ein paar der Wünsche, die manche Ulmer Jugendliche an ihre Stadt haben. Vorgetragen wurden sie Oberbürgermeister Gunter Czisch diese Woche im Rahmen des Aktionstags „Schule trifft Rathaus“. Ziel des Veranstalters, der Landeszentrale für politische Bildung: das Wissen um kommunale Beteiligung stärken und den jungen Menschen zeigen, wie sie ihre Gemeinde mitgestalten können.

Zehntklässler der Albert-Einstein-Realschule und Mitglieder des Ulmer Jugendparlaments sammelten zunächst ihre Ideen, um sie dann mit dem OB zu diskutieren. Der dann die harte Realität nicht nur der Kommunalpolitik, sondern auch der Wirtschaft kommunizieren musste: „Ob Starbucks kommt oder nicht, entscheidet Starbucks.“ Die Stadt könne nur ein attraktives Umfeld schaffen, aber nicht bestimmen, wer an wen vermietet. Interessant fand der OB, dass der Wunsch nach solchen Shopping- und Gastronomieangeboten das Gegenteil dessen ist, was die Wirtschaft will: „Die will den Einzelhandel schützen.“

Eine ganz andere Meinung als die Realschüler vertritt das Jugendparlament. Dessen Vorsitzende Melina Arnold sagte: „08/15  gibt es doch überall. Wir finden es gerade schön, dass Ulm noch seinen Charakter hat und nicht so Mainstream ist.“ Weitere Themen: Die Jugendlichen wünschen sich, dass die Basketball-Freiplätze besser in Schuss gehalten werden und es auch mal zwei Körbe gibt, damit Mannschaften gegeneinander spielen können. Und: Es gebe viel zu wenige Parkplätze in Ulm. Dazu ein verdutzter OB: „Es wundert mich, dass sich die Mobilität so aufs Auto konzentriert.“

Gremium

Das Jugendparlament vertritt die Interessen von Jugendlichen gegenüber den Stadträten und dem Oberbürgermeister. Es hat rund 20 Mitglieder. Alle zwei bis drei Monate wird öffentlich im Sitzungssaal des Rathauses getagt. Anliegen und Ideen werden besprochen, Umsetzbares in Arbeitsgruppen ausgearbeitet. Kontakt über die Website: jupa-ulm.de

Kommentieren

Kommentare

19.01.2017 11:39 Uhr

Verwundert?

Der OB ist verwundert, dass sich das Thema Mobilität so aufs Auto konzentriert. Vielleicht begreift auch der OB eines Tages, dass die Studien, die behaupten, junge Menschen würden sich kein Auto anschaffen wollen, vollkommener Unsinn sind. Sobald genug Geld verdient wird, will fast jeder ein eigenes Auto haben. Es ist schlicht bequemer als der ÖPNV und immer und überall verfügbar.

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Verkehrschaos in der City – Autofahrer stecken im Deutschhaus fest

Verkehrschaos in der Ulmer Innenstadt: Die Baustelleneinrichtung am Theater verzögerte sich wegen der Regenfälle, hinzu kamen Unfälle. Im Deutschhaus ging nichts mehr. weiter lesen