Was ist ein Pegel, und warum wurden die Daten des Pegels Wiblingen korrigiert?

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Scheiteltiefpunkt Der Pegel ist ein Messgerät zur Feststellung des Wasserstandes in den Flüssen. So weit ist das klar. Wo aber ist bei Flüssen der Nullpunkt, von dem aus nach oben gemessen wird? Nach Auskunft der Krumbacher Außenstelle des für Iller und Donau zuständigen Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth liegt der an der Messstelle Bad Held unter der Adenauer Brücke bei 464,92 Meter über Normalnull, das heißt über Meereshöhe. Er wird Scheiteltiefpunkt genannt. In Normalzeiten, oder wie es fachlich heißt, bei "mittlerem Durchfluss", liegt der Wasserspiegel bei etwa 1,90 Meter. Höchststand am Sonntag war 5,05 Meter und somit noch 70 Zentimeter unter dem Jahrhunderthochwasser von 1999. Das jetzige wird offiziell als Zehnjähriges Hochwasser gewertet.

Niedrigwasserpegel Die Irritationen über die Wasserhöhe am Pegel der Iller bei Wiblingen sind einfach zu erklären. Wie berichtet, hatte die Ulmer Feuerwehr dort 7,05 Meter abgelesen und wurde später vom Bayerischen Hochwasserdienst auf 7,34 korrigiert. Wie Meinhart Schlauß vom Wasserwirtschaftsamt erklärt, ist der Wiblinger Pegel ein so genannter Niedrigwasserpegel, der wegen Strudel und Umströmungen bei größerem Hochwasser nur ungenaue Daten liefert. Für die Hochwasserwarnungen des Amtes werden diese Daten deshalb nicht berücksichtigt. Überdies ist weniger die Wasserhöhe entscheidend, als vielmehr die Menge, die in der Fläche durchfließt. Bei normalen Bedingungen fließen bei der Messstelle Bad Held zwischen 150 und 300 Kubikmeter Wasser durch, beim Hochwasser am Sonntag waren es in der Spitze 850 Kubikmeter Wasser.

Hochwasserschutz In einer Pressemitteilung spricht sich der Landtagsabgeordnete der Grünen, Jürgen Filius, für weiteren Hochwasserschutz aus. Wie wirksam viele der Maßnahmen seien, habe das vergangene Wochenende bewiesen. Der Klimawandel lasse weitere Katastrophen befürchten, zumal der CO2-Ausstoß trotz gegenteiliger Ankündigungen in den letzten 20 Jahren auch in Ulm gestiegen sei. Filius: "So kann es nicht weitergehen."

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