Was Erben bedeuten kann

Wer vom Erben spricht, denkt meist an Geld. Darum geht es aber gerade nicht in der Ausstellung „Erbschaftsangelegenheiten“. Sondern um all das, was man sonst so mitbekommt von Eltern, Gesellschaft, Kultur.

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Das Erbe passt in eine kleine schwarze Schachtel. Muss passen, denn eine größere Schachtel gibt es nicht. Zumindest nicht im Projekt der Künstlerin Silvia Häfele und der Hospizgruppe Balingen. Sie riefen Menschen auf, in der kleinen Schachtel das darzustellen, was ihnen Erben bedeutet, was sie an Wertvollem oder auch Negativem vererbt bekamen. Das Ergebnis ist nun auch in Ulm zu sehen: ab 1. September in einer Ausstellung in der Sparkasse Neue Mitte.

Die 64 Exponate sind sehr unterschiedlich, sagt die Ulmer Hospiz-Geschäftsführerin Claudia Schumann. „Manche sind minimalistisch, andere aufwendig. Manche haben Text, andere nicht. Aber alle regen sehr zum Nachdenken an.“

Die Ulmer Hospiz-Stiftung hat die Ausstellung nach Ulm geholt und ein Begleitprogramm organisiert. Offizielle Eröffnung ist am Samstag, 5. September, 11 Uhr mit den Initiatoren des Projekts und dem Theaterstück „Der Abschied“. Dr. Frank Kressing von der Uni Ulm befasst sich am 19. September ab 11 Uhr in seinem Vortrag mit materiellem und immateriellen Erbe im Kulturvergleich. Zur Finissage am 26. September, 11 Uhr, gibt es gleich zwei Vorträge – beide mit zugespitzten Fragestellungen.

„Vertragt Ihr Euch noch, oder habt Ihr schon geerbt?“ Darüber spricht der Notar Dr. Jörg Munzig, selbst Mitglied im Kuratorium der Hospiz-Stiftung. „Gibt es moralisch ein Recht zu erben?“ Diese Frage beantwortet der Kuratoriums-Vorsitzende Dr. Klaus Großpeter mit: „Nein.“ Etwas Materielles zu erben bedeute, etwas zu behalten, für das man nie etwas getan hat. Die Erbschaftsteuer hält er für gerecht. Natürlich müsse für den eigenen Lebensunterhalt gesorgt sein, auch Familienunternehmen dürften nicht gefährdet werden. Aber wenn etwas übrig bleibt, findet Großpeter es am schönsten, im Einvernehmen mit den Kindern das Geld zu spenden oder zu stiften. Er und seine Frau haben es so gemacht. Sie haben ihre ehemalige Klinik Bertele der Hospiz-Stiftung geschenkt und so das heutige Hospiz-Haus ermöglicht. Mit seinem Vortrag will Großpeter eine Diskussion anstoßen.

Info Die Ausstellung „Erbschaftsangelegenheiten“ in der Sparkasse Neue Mitte ist von 1. bis 26. September zu sehen.

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