Adventstafel: Warmes vor Weihnachten

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Gerade erst ist das Heilige Jahr der Barmherzigkeit zu Ende gegangen. In Rom konnten dazu die Katholiken durch die Heilige Pforte in den Petersdom schreiten und auch die Basilika St. Martin in Wiblingen öffnete eine solche Pforte.

Die katholische Kirchengemeinde St. Franziskus und die evangelische Zacchäusgemeinde, beide in Wiblingen am Tannenplatz, haben zwar keine Heilige- aber eine Ökumenische Pforte, die nicht weniger barmherzig ist: die beiden Kirchen befinden sich in demselben Gebäudekomplex, verbunden durch eine Tür, die nun zur Adventstafel offen steht. Während in den katholischen Räumen das Mittagessen ausgegeben wird, suchen die Menschen in dem evangelischen Teil des Hauses bei Adventsgebäck und Kaffee einen Ort für Gespräche.

„Mit unserer Adventstafel wollen wir nochmal ein Zeichen der Solidarität und Gerechtigkeit setzen“, sagt Karl Merkle aus dem katholischen Sozialausschuss. Und vor allem auch ein ökumenisches Zeichen, darauf legen alle Beteiligten Wert.

Bereits zum vierten Mal bieten die beiden Gemeinden in dieser Woche ihre Adventstafel an, deren Idee nicht nur solidarisch, sondern auch simpel ist: Eine Woche lang gibt es ein warmes Mittagessen in der Kirche, eingeladen sind alle Bürger. Das Essen kostet einen Euro, die Spenden von denen, die mehr zahlen können und wollen, sind dabei herzlich willkommen. „Jeder soll kommen. Jeder. Und ich drücke jedem die Hand, der diesen Euro nicht hat. Keiner soll sich hier ausgeschlossen fühlen“, sagt Ursula Mees. Sie hat jahrelang den Franziskus-Shop am Tannenplatz geführt, der seit drei Monaten, mangels Räumlichkeiten seinen Betrieb einstellen musste. Aus den Geldern dieses Second-Hand-Shops finanziert die ehemalige Trägerin, die katholische Kirche, die Adventstafel. So und über Spenden, sagt Mees.

Rund 40 Ehrenamtliche beider Konfessionen helfen während der Woche bei der Essensausgabe, beim Spülen, Decken und Zubereiten. Auf dem Speiseplan stehen stets auch Gerichte ohne Schweinefleisch.

„Es kommen so viele dankbare Menschen hierher“, meint Mees. „Und dieses Jahr merken wir auch, dass die Bahnhofsmission gerade zu ist“, sagt sie. Rund 150 Mittagessen bereitet der Koch Ernst Kögel täglich zu. Das Prädikat „bedürftig“ will aber keiner der Beteiligten so richtig benutzen. „Besser ist zu sagen: in finanzieller Not“, sagt Karl Merkle. Und: „Wir wollen unsere ökumenische Tür aufmachen für alle Menschen, ob arm oder reich. Damit das Jahr der Barmherzigkeit nie aufhört.“

Tafel Noch bis morgen gibt es ab 12 Uhr ein warmes Mittagessen in der Kirche St. Franziskus am Tannenplatz. Um 12.45 Uhr dazu einen kurzen Gebetsimpuls in der Kirche. Neben Mittagessen und Kaffee und Gebäck ist auch ein Begleitprogramm geboten: Ein Infostand über das neue Reparaturcafé der „Wiblinger Akteure“, Bücherflohmarkt und Ralf Stoiber stellt seine Bilder „Armut und Kunst“ aus.

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