Sachbeschädigung an Synagoge: Noch keine Hinweise auf den Täter

Polizei hat noch keine Hinweise zum Verdächtigen, der die Synagoge mehrmals beschädigt hat.

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So soll der mutmaßliche Täter aussehen.  Foto: 

Das Fahndungsfoto, das den mutmaßlichen Täter zeigt, der die Synagoge beschädigt haben soll, hat bis Dienstagnachmittag noch keine Hinweise ergeben. Das teilte der Sprecher der Ulmer Polizei, Wolfgang Jürgens, auf Anfrage mit. Wie mehrmals berichtet, hatte ein Mann an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen das jüdische Gotteshaus auf dem Weinhof traktiert. Das erste Mal hatte er am 26. August gegen 2.30 Uhr einen mitgebrachten Metallpfosten gegen eine Stelle links vom Eingang geschlagen. Am darauf folgenden Samstag trat der Täter gegen 1.30 Uhr mit dem Fuß gegen die beschädigte Stelle, ließ ab, als Passanten vorbeikamen, und kehrte später zurück. Er trat nochmals zu, die Kalksteinplatte brach.

Von Beginn an ermittle eine Inspektion der Ulmer Kripo auch in Richtung politisch motivierte Tat, sagte Jürgens. „Ausschließen kann man es nicht.“ Auf die Frage, warum die Polizei erst nach dem zweiten Vorfall an die Öffentlichkeit gegangen ist, sagte er: „Das hatte ermittlungstechnische Gründe.“ Natürlich seien aufgrund der Videoaufzeichnungen der Synagoge „gute Fotos“ vorgelegen, aber „in manchen Fällen muss man abwägen, ob eine Personenbeschreibung oder gar ein Foto gerechtfertigt ist“. Erst nach dem zweiten Mal sei man von einem Zusammenhang ausgegangen. Weil sich kein Fahndungserfolg eingestellt habe, sei nun auch das Foto veröffentlicht worden.

Auffällig ist vor allem das T-Shirt des Verdächtigen mit dem Aufdruck „81“, eine Zahl, die auf die Rockerbande Hells Angels hinweisen könnte. Allerdings sind diese Shirts im Internet für jeden frei erhältlich.

Das Gemeindeleben in der Synagoge gehe seinen gewohnten Gang, sagte Rabbiner Sheur Trebnik. Obwohl man ein „bisschen zwischen Normalität und Sorge schwanke“. Aber der Vorfall sei nicht der einzige auf der Welt, der für Ängste sorge. „Deshalb können wir nicht alle einfach zu Hause bleiben.“ Wachsam sein, sollte man aber schon.

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Kommentare

18.09.2017 16:33 Uhr

Eine umfassende Berichterstattung hierzu ist wichtig

Jüdische Einrichtungen und Friedhöfe sind leider kontinuierlich solchen Vandalismen ausgesetzt mit möglicherweise rechtsextremen Hintergrund. Das Ziel ist letztlich eine Zermürbungstaktik. Dies gibt solchen Attacken auf die Ulmer Synagoge eine ganz andere Bedeutung. Eine umfassende Berichterstattung dazu ist wünschenswert und dieser Vorfall in Ulm hat bereits die internationale Presse erreicht. Beispiele: http://www.jpost.com/Diaspora/German-police-Antisemitism-is-possible-cause-for-attacks-on-Synagogue-505111 (Jerusalem Post) und http://www.ztis.cz/rubrika/zidovske-komunity-ve-svete/clanek/dva-utoky-na-synagogu-v-ulmu-byly-mozna-antisemitske-pripustila-nemecka-policie (jüdische Zeitung in Tschechien)

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13.09.2017 06:10 Uhr

Tragisch, aber...

...jeden Tag wird gegen das Ulmer Münster uriniert oder überall in der Doppelstadt irgend etwas beschädigt - mehrfache Berichterstattung über Einzelereignisse lese ich diesbezüglich aber nicht.

Ja, es ist tragisch. Ja, die Deutschen haben eine Vergangenheit. Aber was genau macht diesen Vorfall jetzt zwingend zu einem rechtlichen/politischen/antisemitischen Vorfall, über den man anhaltend und mehrfach ohne neuen Erkenntnisgewinn berichten muss?

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