Vorschläge zur Verbesserung des Nahverkehrs

58 Neu-Ulmer haben Vorschläge zur Verbesserung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs erarbeitet. Als Nächstes wird die Verwaltung prüfen, welche Vorschläge davon verwirklicht werden können.

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Die gute Nachricht: Der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in der Region ist nicht schlecht. Im Gegenteil: Er sei "schon gut". Jedenfalls kommen jene Neu-Ulmer zu diesem Ergebnis, die sich in vier Foren mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Gleichzeitig werten sie den ÖPNV in Ulm, Neu-Ulm und drumherum aber nicht für so gut, dass er sich nicht in Vielem verbessern ließe.

Wie sieht die Zukunft eines attraktiven Nahverkehrs aus? Das wollte die Stadt Neu-Ulm von ihren Bürgern wissen. Aus dem Anlass hatte sie im Oktober vergangenen Jahres eine Bürgerbeteiligung angesetzt. 58 Neu-Ulmer, die sich zur Mitarbeit gemeldet hatten, erarbeiteten eine Vielzahl von Anregungen und Vorschlägen, die jetzt während der Abschlussveranstaltung im Edwin-Scharff-Haus vorgestellt wurden.

Straßenbahn: Claudia Tugemann und Norbert Hensel vom Bürgerforums skizzierten die Ergebnisse, die während der jeweils vier Stunden langen Foren gesammelt wurden. Für diese Teilnehmer steht fest, dass der Bau einer Straßenbahnlinie nach Neu-Ulm langfristig weiter verfolgt werden müsse. Die Tram könnte sowohl Pfuhl wie Ludwigsfeld bedienen, halten sie fest.

Bahn: Für notwendig erachten sie auch den Bau einer Haltestelle in Burlafingen (die es schon mal gab) an der Bahnlinie Ulm-Günzburg. Per Zug erreichten Pendler von Burlafingen aus den Bahnhof Neu-Ulm in drei Minuten. Nach sechs Minuten stiegen sie im Ulmer Hauptbahnhof aus. Wichtig sei auch der Bau eines Halts an der Offenhauser Industriestraße und (wieder) regelmäßige Stopps der Illertalbahn in Gerlenhofen, die es wegen der eingleisigen Strecke zurzeit nicht gibt.

Bus: Die Akteure bei der Bürgerbeteiligung sprechen sich für zusätzliche Schnellbus-Linien aus, die Pendler ohne Zwischenstopp zwischen dem Umland und der Neu-Ulmer Innenstadt befördern. Sowie für Buslinien, die zwischen großen Wohngebieten wie Reutti und Gewerbegebieten direkt verkehren - ohne zeitraubenden Weg über die Innenstadt. Für getrennte Busspuren in Straßen, die das zulassen. Für ein zeitgemäßes Informationssystem an Haltestellen wie in den Bussen selbst. Für regelmäßige Nachtbuslinien nach Ludwigsfeld, für zusätzliche Park&Ride-Plätze am Stadtrand. Für den Ausbau der Fahrrad-Beförderung. Für eine zentrale Beschwerdestelle und, und, und.

Mitspieler: Den Leuten, die sich bei dem Projekt engagiert haben, sind auch die Probleme bekannt, die der Umsetzung ihrer Verschläge entgegenstehen oder sie behindern. Dabei geht es keinesfalls nur ums Geld. Nur ein kleiner Teil des Praktikablen liegt im Ermessen der Stadtverwaltung. Die Bahn müsste bei der Umsetzung der Anregungen mitspielen, der Regionalverband - und nicht zuletzt all die Konzessionäre, die die Buslinien in Neu-Ulm und dessen Umland betreiben und sich aus Konkurrenzgründen am liebsten überhaupt nicht in die Karten schauen lassen. Sie zu einer einheitlichen Haltestellengestaltung oder einem einheitlichen Informationssystem zu bewegen, komme einem immensen Kraftakt gleich.

Wie geht es weiter? "Der Papierstapel, auf dem die Vorschläge festgehalten sind, geht jetzt an die Stadtverwaltung", kündigte OB Gerold Noerenberg an. Die verteile ihn an die jeweils zuständigen Stellen und Ämter. Was in die Zuständigkeit Neu-Ulms falle, werde hier erledigt. Vorschläge wie die bessere Beschilderung der Linie 5 zwischen der Stadtmitte und Ludwigsfeld ließen sich schnell abarbeiten. Größeres brauche Planung. Noerenberg geht davon aus, dass Neu-Ulm von 2015 an jährlich etwa 500 000 Euro in die Umsetzung der Vorschläge steckt.

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