Von Krankheit und Kraft

Job weg, Mann weg – und dann die Diagnose Brustkrebs. „Ma Ma“ bietet keine leichte Kost und strahlt dennoch viel Lebenskraft aus.

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Zwischen Zufall und Schicksal: Penelope Cruz als Magda.  Foto: 

 Ein kleines blondes Mädchen läuft in einer eisigen Landschaft durch den Schnee. Wie so oft beginnt auch „Ma Ma“, der jüngste Film von Julio Medem, in symbolischen Traumlandschaften mit metaphorischem Überschuss. Weiß wie Schnee ist auch das Krankenhaus im weit entfernten Spanien. Magda (Penelope Cruz) ist noch keine 40 Jahre alt und steht an einem Wendepunkt. Die Lehrerin hat durch die staatlichen Kürzungen ihre Arbeit verloren, ihr Mann, der Philosophiedozent Raul, hat sie verlassen, ihr Sohn Dani bemängelt, wie wenig sie von seiner großen Leidenschaft, dem Fußball, versteht.

Außerdem hat Magda Brustkrebs. Der Gynäkologe Julian will sie gleich einer Chemotherapie unterziehen und die befallene Brust entfernen. Der ausgebildete Arzt und Psychiater Julio Medem inszeniert das Krankenhaus wie den Limbus, einen Vorhof fürs Jenseits. In den weiten Krankenhausfluren entscheidet sich auch Arturos Schicksal. Magda hatte den Talentscout von Real Madrid auf der Tribüne bei einem Spiel ihres Sohnes kennengelernt, kurz bevor Arturo vom Tod seiner Tochter und dem Koma seiner Frau erfährt. Arturos Frau stirbt, Magda verliert eine Brust, hat aber den Krebs scheinbar überwunden. Magda, Arturo und Dani werden eine Familie.

 Zunächst überwindet Magda die Krankheit und findet eine neue Liebe. Doch der scheinbare Zufall entpuppt sich als Schicksal. Bedingt durch Kürzungen im Gesundheitssystem, muss Magda lange auf eine Krebsvorsorge warten. Es ist Zufall, dass sie Julian trifft und dass er sie untersucht. Die Krankheit ist zurückgekehrt, Metastasen haben sich gebildet, Magda bleiben noch sechs Monate. Und sie wird schwanger. „Ma Ma“ ist ein ergreifender Film. Er erzählt eine tragische und zugleich hoffnungsvolle Geschichte über Krankheit und Tod. Ein poetischer Film voller Lebenskraft.

E 2015, 111 Min. FSK 12

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