Von Itchy Poopzid bis Not Called Jinx: Musikmarathon im Roxy

Eine Viertelstunde Volldampf: Itchy Poopzkid waren der populärste Act beim diesjährigen Musikmarathon im Roxy. Aber das Jubiläums-Benefizkonzert bot überhaupt großartige Rock-Pop-Unterhaltung.

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Ein Publikumsmagnet beim Musikmarathon im Roxy waren Itchy Poopzkid.  Foto: 

Es war 2004, als sich nach der Tsunami-Katastrophe viele Musik- und Kulturtreibende aus Ulm zusammenfanden, um mit einem Benefiz-Konzert die Not der Opfer zu lindern. Der Musikmarathon im Roxy war geboren: 2005 fand dieses Festival zum ersten Mal statt, damals noch fast ausschließlich mit lokalen Bands. Der Erfolg war riesig, und es konnte eine bemerkenswerte Summe gespendet werden.

Durch diesen Erfolg angespornt, gab es im Folgejahr wieder ein Benefizfestival. Wieder gestützt auf regionale Bands und mit dem Hintergrund, dass alle Erlöse sozialen Zwecken zufließen sollten, ließ sich der Erfolg wiederholen. Um dem Musikmarathon dauerhaft weiterzuführen, wurden professionellere Strukturen. Das Engagement der Organisatoren aber blieb ehrenamtlich, ein kleiner Verein wurde ins Leben gerufen. Die Bands spielen weiterhin ohne Gage. Und weil zum Glück bis heute auch Unternehmer der Region die Veranstaltung unterstützen, hat sich eines der renommiertesten Rock-Pop-Ereignisse in der Region etabliert - stets dem Benefiz-Gedanken verpflichtet: In diesem Jahr geht die Spende an einen Kindergarten in Ulm, ein Kindertuberkolose-Krankenhaus in Kalkutta und ein Kinderhaus in Rumänien.

Der Musikmarathon kann sich mittlerweile vor Bewerbungen aus ganz Deutschland nicht mehr retten. Die im vergangenen Jahr erstmalig durchgeführte Praxis mit zwei Bühnen aber entlastet die Technikcrew und ist auch ein tolles Angebot an das Publikum. Auf der Cafébar-Bühne entsteht eine intime Nähe zu den Fans, auf der großen Bühne können sich die größeren Bands austoben. Aber alle spielen zu gleichen Bedingungen, ohne Gage, und in jeweils 15 Minuten präsentieren sie ihre Songs. Aber das ist manchmal nur Mathematik: So rechneten diesmal Miss Teacup 30 Minuten als eine Viertelstunde ab und brachten damit die Planung durcheinander.

Diese 15 Minuten mehr hätte man sich bei der folgenden Band gewünscht: Akustische Gitarre, dichter Sound, 70er Jahre-Feeling - das war, sensationell, was A Kews Tag auf die Bühne brachten. Den staunenden Zuschauern standen die Münder offen. Mit mehr als Zuhörer war das Roxy beim diesjährigen Musikmarathon dann beim populärsten Act des Abends, Itchy Poopzkid, gefüllt. Eine Viertelstunde Volldampf, eine Viertelstunde, die das Roxy schier plattmachte. 15 Minuten reichten aus, um klar zu machen, wer Herr im Haus ist. Ulm ist das Wohnzimmer der "Itchys", hier haben sie eine ganz treue Fangemeinde.

Ein großes Publikum haben auch auch Semtex und Sepcys, letztere an der Gitarre mit Tobias "Bobbes" Schmid, zu einem großen Teil mitverantwortlich für das Programm des Musikmarathons 2014. Sepcys und Semtex waren vor einigen Jahren auf dem Sprung zu vielversprechenden Karrieren gewesen, doch bevor beide so richtig durchstarten konnten, trennte man sich. In diesem Jahr gab es für beide Bands die vielbejubelte Reunion: Die Musiker sind älter geworden, aber kein bisschen leiser. Man sah den Akteuren den Spaß förmlich an. Die Kraft, die Energie - alles war wieder da. Das Publikum tobte und feierte beide Bands frenetisch. Alles passte zusammen.

Und es gab auch hervorragende Musik von Bands, die von weither anreisten, darunter Not Called Jinx aus Berlin. Klasse auch Die Autos, Felix Fraser, Rigna Folk, Jonas Knopf oder Imaginary War. Und was wäre ein Musikmarathon ohne die brillanten Moderatoren Dana Hoffmann und Udo Eberl, die im Roxy unterhaltsam einen großartigen Jubiläums-Musikmarathon begleiteten.

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