Vocal Jazz in den Kasematten

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Aus der Region Leipzig, Weimar, Jena  angereist, hatten es „Nachtfarben“ schwer, ihr Publikum zu erreichen: Nur rund 30 Liebhaber einer elegisch-lyrischen Variante des Scandinavian-Jazz verloren sich in den schaurigen Kasematten des  Sauschdalls – inklusive Veranstalter, Tontechniker und Berichterstatter. Einfach zu überwältigend war in Ulm offenbar das Alternativangebot, nicht zuletzt wegen der Fußball-EM.

Das hatten die introvertierten jungen Musiker der innovativen ostdeutschen Szene – ausgezeichnet durch erste überregionale Erfolge und mit einer absolut hörenswerten ersten CD im Gepäck und mit vielen Empfehlungen in den Süden gereist – so wohl nicht erwartet. Die Enttäuschung war ihnen anzumerken: Frontfrau Nastja Volokitina (Vocals) und Mastermind Martin Bosch (E-Bass), Gitarrist Markus Rom, der blutjunge Malte Sieberns am E-Piano und ein exzellenter Clemens Litschko am Schlagzeug.

Die fünf Nachtfärber wissen ganz genau, dass der musikalische Weg an die Spitze lang und steinig sein kann. Doch selbstbewusst groovt man heutzutage auch im wilden Osten, das war im Konzert von der ersten Note an zu hören.

Nastja Volokitina stammt aus Odessa, Komponist und Arrangeur Martin Bosch hat in Leipzig Schulmusik studiert, jetzt macht er Avantgarde-Jazz einer ganz eigenen, nordisch-lyrischen Prägung im Umfeld der thüringischen Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar/Jena.

Seine Konzepte und Ideen, dominiert von Nastja Volokitinas  keineswegs überragender, fast immer elektronisch  veränderter, aber sehr variabler Singstimme, wurden im Sauschdall auf hohem Niveau umgesetzt: vom sensiblen Gitarristen, der sich im Hintergrundgespräch als großer Schweiger outete, vom talentierten Tastenmann und vor allem auch vom brillanten Percussionisten Clemens Litschko, dessen variantenreiche und intelligente Kunst noch sehr viel Schönes erwarten lässt.

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