Vier Millionen für den Unterhalt der Ulmer Straßen

Für den Unterhalt von Straßen, Feld- und Radwegen stehen der Abteilung Verkehrsinfrastruktur der Stadt Ulm pro Jahr rund vier Millionen Euro zur Verfügung. <i>Mit einem Kommentar von Hans-Uli Thierer: Eingeholt von alten Sünden.</i>

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Gut die Hälfte dieser Summe ist an den Baubetriebshof gebunden, der sich regelmäßig um den Straßenzustand im Stadtgebiet kümmert.

Obwohl im Frühjahr - heuer nach dem milden Winter weniger als sonst - immer wieder Klage geführt wird über Schlaglöcher und schlechte Beläge, ist die Abteilung nach den Worten ihres Chefs Gerhard Fraidel alles in allem auf gutem Weg, Versäumnisse aus der Vergangenheit aufzuholen. Die finanziellen Voraussetzungen dafür wurden vor Jahren durch die Erhöhung des Budgets für den Straßenunterhalt geschaffen.

Im Fachausschuss des Gemeinderats wurde deutlich, dass zwei größere Problemfälle anstehen: Beide liegen im Westen der Stadt. Die teils schon auf Tempo 30 belegte Herrlinger Straße muss über kurz oder lang saniert werden. In welchem Ausmaß, wird untersucht. Gleiches gilt für die Einsteinstraße. Die Verwaltung prüft, so sagte Fraidel, ob auf einzelnen Abschnitten Tempo 30 ausgewiesen werden muss, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Begeisterung darüber hält sich in Teilen des Rats in Grenzen. Wie eine Stimme verdeutlicht, die des Stadtrats Karl Faßnacht: "Tempo 30 würde den Verkehrsfluss schwer beeinträchtigen."

Kommentar von Hans-Uli Thierer: Eingeholt von alten Sünden

Es ist noch nicht lange her, da war es in der Ulmer Lokalpolitik ein beliebtes und besonders gerne durch die Grünen geübtes Spielchen: Man ging die Haushaltsberatungen mit einem neuen Wunsch. Und weil jeder Wunsch einen finanziellen Deckungsvorschlag verlangt, wurde auf das Budget verwiesen, das für den Straßenunterhalt vorgehalten wird. Immer wieder - und keineswegs nur grün-bedingt - fehlten dann Mittel, um das Straßennetz einigermaßen in Schuss zu halten. Und am Ratstisch wunderte man sich über Schlaglöcher. . .

Die Zeiten haben sich geändert. Das ist bemerkenswert, als die Fraktion der Autofahrer, um nicht zu sagen: -fetischisten kleiner geworden ist - im Wechselverhältnis zur wachsenden Erkenntnis, dass eine Stadt in erster Linie für die Menschen da ist und nicht für Autos. Längst wissen Stadträte zudem, dass jede verschobene Straßenreparatur später doppelt so teuer wird. Deshalb stellen sie der zuständigen Abteilung der Bauverwaltung mittlerweile ausreichend Geld bereit. So viel, dass die Truppe um Abteilungschef Gerhard Fraidel alle Hände voll zu tun hat, die Mittel in Zeiten einer angeheizten Baukonjunktur überhaupt abfließen zu lassen.

Freilich sind Fraidel und Co. nicht zuletzt damit beschäftigt, Sünden der Vergangenheit zu beseitigen. Nicht sie tragen Schuld, dass viele Straßen und Wege immer noch Schlaglochpisten oder Flickerlteppiche sind. Der Grund ist eine Politik jahrelanger Versäumnisse.

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