Vermisst

Die eine, Sabine Mayer-Dölle, gar nicht da. Die andere, Iris Mann, dezent im Hintergrund. Von einem protokollarisch heiklen Fall.

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Noch Amtsleiterin in jeder Hinsicht und noch nicht Bürgermeisterin: Iris Mann verfolgt das Nabada.

Soweit kommts noch, dass da jemand eine Extrawurst gebraten bekäme zu Schwörmontag. Auch wenn sie vor Monatsfrist zur neuen Kulturbürgermeisterin gewählt worden ist, noch ist Iris Mann Amtsleiterin. Von denen gibt es bei der Stadt Ulm eine ganze Reihe, wobei wie fast überall im richtigen Leben das männliche Geschlecht auf dieser Leitungsebene dominiert.

Jedenfalls: Ein Platz wie für ihre künftigen Dezernenten-Kollegen Gunter Czisch und Alexander Wetzig war für Iris Mann gestern noch nicht reserviert. Erst am Schwörmontag 2013 wird sie auf dem Weinhof in der ersten Reihe sitzen. Gestern hatte sie sich vor dem Schwörhaus wie alle ihre Amtsleiter-Kollegen unters Volk gemischt, gut versteckt, irgendwo unerkannt in der Masse."Und das ist gut so. So, wie es sich gehört", sagte sie selber, die dann nachmittags das Nabada von der Tribüne an der Adlerbastei aus verfolgte - und immerhin da in der ersten Reihe saß. Bis zum 1. September, wenn sie offiziell Kultur- und Sozial-Bürgermeisterin wird, fühlt und verhält sich die 44-Jährige wie eine Amtsleiterin, die sie in der Abteilung Kultur ist.

Vermisst wurde gestern hingegen die abgewählte, aber formal noch bis Ende August amtierende Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle. Sie ward nirgendwo gesehen, weil zwischen ihr und OB Ivo Gönner offenbar im Vorfeld vereinbart worden war, die Gefahr protokollarischer Kollisionen zu vermeiden. Peinliche Verwicklungen jedenfalls blieben Sabine Gauß erspart, die als Nachfolgerin Alois Schnizlers gestern erstmals als Protokollchefin am Schwörmontag agierte. Sie kam nicht in Kalamitäten, weil Gönner die bisherige Sozial- und Kulturbürgermeisterin am Ende der vergangenen Woche verabschiedet hat.

Ganz gegen sonstige Gewohnheiten geschah dies heimlich, still und leise. Gönner dankte der 56-jährigen Mayer-Dölle, die vor acht Jahren als erste Frau auf einen Dezernenten-Posten bei der Stadt Ulm gewählt worden war, unter Ausschluss der Öffentlichkeit - in seinem Empfangszimmer. Informiert wurde über die ungewöhnliche Verabschiedung - wenn man so will eine Extrawurst besonderen Geschmacks - in einer städtischen Pressemitteilung. Ob der Verzicht auf öffentliche Würdigung im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt ist, ist offen.

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