Verkehrsentwicklungsplan: Die Mobilität 2025

Die Wirtschaft floriert. Ulm und Neu-Ulm wachsen. Vor diesem Hintergrund die Frage: Welche Mobilität ist nötig und angemessen? Vorschläge dazu werden aus dem Verkehrsentwicklungs-Plan 2020 erwartet.

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Ein Verkehrsentwicklungs-Plan schafft ein Leitbild für die verkehrliche Entfaltung innerhalb eines festgesetzten Zeitraums. Einen solchen Plan haben die Städte Ulm und Neu-Ulm erstmals 1995 geschaffen und damit gemeinsame Ziele und Konzepte für 2005 festgelegt.

Vieles ist seither geschehen. Wichtige Vorhaben wurden verwirklicht wie auf Ulmer Seite die Blautalbrücke und das letzte Stück Nordtangente zwischen Jungingen und Böfingen. Busse und Straßenbahnen wurden erneuert, nach Böfingen fährt jetzt die Tram. In Neu-Ulm hat der Ausbau der Europastraße viel zur Entspannung der Verkehrslage beigetragen.

Die grundlegenden Ziele aber, die 1995 propagiert wurden, haben bis heute Bestand. Das bekannte der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig, als er gestern Nachmittag im Neu-Ulmer Rathaus gemeinsam mit Stadtbaudirektor Andreas Neureuther die Bürgerbeteiligung in Sachen Fortschreibung Stadtentwicklungs-Plan 2025 ankündigte. Generell gehe es um die Sicherung der künftigen Mobilität und die Funktionalität der Stadt vom Wirtschafts- bis zum Freizeitverkehr. Es gehe um die Abkehr von der autogerechten Stadt, fügte Neureuther hinzu. Und darum, stärker als bisher Umweltaspekte in den Vordergrund zu rücken.

Die Entscheidung, welchen konkreten Zielen im neuen Plan Vorrang eingeräumt wird, obliegt den Kommunalpolitikern. Zur Bestandaufnahme des bereits Erreichten und um Vorschläge zu unterbreiten, haben die beiden Stadtverwaltungen die Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft hinzugezogen. Deren Mitarbeiterin Claudia Stahl berichtete unter anderem, dass die Anstrengungen im öffentlichen Nahverkehr in den zurückliegenden Jahren dazu geführt haben, dass sich dessen Nutzung auf das gut Anderthalbfache erhöht habe.

Der stufenweise Ausbau des Nahverkehrs, besonders wenn auch Ludwigsfeld und Pfuhl ans Straßenbahnnetz angeschlossen würden, berge noch bedeutendes Potenzial in sich, sagte sie. Ähnliches gelte für den Ausbau des Radwegenetzes . . .

Jetzt sind aber erst mal die ganz normalen Ulmer und Neu-Ulmer gefragt, wo ihnen in Sachen Mobilität der Schuh drückt, wo sie Ansätze zur Verbesserung in beiden Städten sehen und was sie ganz und gar nicht wollen. Der Auftakt zur Bürgerbeteiligung fand gestern Abend mit knapp 40 Menschen im Kornhaus statt. Weiter geht es drei Wochen lang im Internet. "Jeder, der sich einbringen will mit Anregungen und Fragen, ist willkommen", sagte Wetzig. Sicherlich seien die meisten überfordert, gleich ein Gesamtkonzept beizusteuern. Darum gehe es auch nicht. "Den Einzelnen bewegt, was vor seiner Haustür, in seinem Quartier geschieht", sagte der Bürgermeister. Aus der Summe auch dieser Anregungen lasse sich viel für die künftige Planung ableiten.

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