Vereinsleben: Die Katzenfreunde betreuen ihre Tiere auf Gegenseitigkeit

Frederick hat keine Lust auf Besuch. Kaum ist man durch die Tür, ist der orange getigerte Kater ab durch die Mitte und rein in den Schrank. Und da bleibt er auch. Keine Versprechungen, keine säuselnde Stimme kann ihn locken.

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So ganz geheuer sind Kalle fremde Menschen nicht, trotz guten Zuredens durch Besitzerin Ute Kinder.  Foto: 

Ihr Frederick, das weiß Ute Kinder, ist kein Einzelfall: "Es kann schon schwierig sein, wenn man die Katze, um die man sich kümmern soll, nie zu Gesicht bekommt." Kinder, der neben Frederick auch Kater Kalle gehört, ist die Vorsitzende der Ulmer Gruppe des Freundeskreises Katze und Mensch. "Betreust Du meine Katze, betreue ich Deine Katze!" - so steht es auf den Flyern des Vereins, so ist sein Zweck, das Catsitting, schnell erklärt.

Weil Katzen an ihre gewohnte Umgebung gebunden sind, sollten sie zur Urlaubszeit nicht anderswo untergebracht werden. Die Katzenfreunde helfen sich deshalb gegenseitig und kümmern sich dort um die Tiere, wo sie zu Hause sind. Zweimal täglich muss der Catsitter die Katzen füttern und schauen, ob alles in Ordnung ist. "Ich finde es ganz wichtig, dass man sieht, welchen Eindruck sie machen", erklärt Ute Kinder. Organisiert wird das alles per Mail. Dort gibt es dann auch Details: Wie die Katze gefüttert werden soll, ob sie ebenso scheu ist wie Frederick, oder ob sie besondere Abneigungen oder Vorlieben hat.

Der Freundeskreis wurde vor 20 Jahren in Baden-Württemberg gegründet und hat dort heute auch die meisten Mitglieder, es gibt aber fast überall in Deutschland Ortsgruppen. Weiteres Vereinsziel: der Tierschutz herrenloser Katzen. Vor allem auf Kastrationsprogramme und Futterstellen würden mehr als 90 Prozent der Mitgliedsbeiträge verwendet - was in Ulm aber kein Thema sei, "weil hier die Katzenhilfe sehr aktiv ist", erklärt Kinder.

Um die 50 Mitglieder hat die Ulmer Gruppe der Katzenfreunde. Um nachzuweisen, dass der Vereinszweck auch erfüllt wird, sammeln die Mitglieder Betreuungspunkte - für jeden Tag, den man betreut, gibt es einen Pluspunkt, für jeden, den man in Anspruch nimmt, einen Minuspunkt. "Man startet mit zehn Punkten, aber es gibt keine Sanktionen", erklärt Vereinsmitglied Angelika Dworschak. Auf dem monatlichen Stammtisch im Ratskeller werden dann keine Punkte, sondern Geschichten und Fotos ausgetauscht: "Da erzählt jeder, wer was mit seiner Katze erlebt hat." Das Klischee vom hohen Frauenanteil unter den Katzenbesitzern treffe zwar zu, sagt Dworschak, "aber es gibt schon auch Ehe- und Einzelmänner bei uns." Und Ute Kinder ergänzt: "Es tut gut zu wissen, dass es noch mehr so verrückte Leute gibt."

Info Wer sich für die Ulmer Katzenfreunde interessiert, meldet sich bei Ute Kinder, Tel. (0731) 311 84, Mail: ulm@katzenfreunde.de, Internet: www.katzenfreunde.de.

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