Vereine sind das Rückgrat im Land

In Baden-Württemberg wird die Tagespflege über Vereine organisiert. Das ist einzigartig in Deutschland und hat den Tagesmüttern eine Lobby verschafft.

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"Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass es damals eine visionäre Entscheidung war", sagt Heide Pusch, Geschäftsführerin des Landesverbands der Tagesmütter-Vereine Baden-Württemberg. In den 90er Jahren wurde beschlossen, dass die Aufgaben des Jugendamts hinsichtlich der Kindertagespflege an die Vereine delegiert werden sollten.

Auch in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis gibt es diese Vereine. Sie sind Ansprechpartner für Eltern, die eine Tagespflege suchen. Sie sind die fachlich versierten Betreuer für die Tagesmütter, sie organisieren die Ausbildung und sind letztlich auch dafür verantwortlich, dass die Qualität stimmt.

"Natürlich haben wir dadurch auch eine gewisse Lobby", sagt Heide Pusch. Ohne diese Lobby wäre es wohl nicht möglich gewesen, dass seit Mai die garantierte Summe, die eine Tagesmutter pro Kind und Stunde bekommt, seit Mai bei 5,50 Euro beziehungsweise 4,50 für Kinder über drei Jahren beträgt. "Einige Städte haben auch schon vorher mehr als die damals geforderten 3,90 Euro gezahlt", sagt Heide Pusch und schickt vor allem ein Lob Richtung Stadt: "Ulm war schon immer großzügig."

"Unser Ziel ist es, dass die Eltern eine echte Wahl haben", bestätigt Wolfgang Reck, stellvertretender Leiter der Abteilung Kinderbetreuung bei der Stadt Ulm. Die Preise für Krippe und Tagespflege sollten sich nicht mehr unterscheiden. Praktisch sieht das so aus, dass die Tagesmutter mit den Eltern einen Vertrag abschließt, das Jugendamt zahlt dann den festen Betrag zuzüglich der Hälfte der Beiträge für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung direkt an die Tagesmutter und holt sich einen Teil des Geldes von den Eltern zurück. Ebenso wie bei einem Krippenplatz müssen sie je nach Einkommen, Zahl der Kinder und natürlich der Betreuungszeit ihren Beitrag leisten.

Die Tagesmütter können auch mehr verlangen als den festgelegten Satz, doch das müssen sie mit den Eltern vereinbaren. "Die Vergleichbarkeit mit der Krippe bezieht sich nur auf die laufenden Geldleistungen", sagt Reck. Zudem gibt es noch einen Betriebskostenzuschuss von 500 Euro pro Kind unter drei Jahren im Jahr, ebenso wie das Starterpaket für die Großtagespflege, in dessen Rahmen die Stadt drei Monatsmieten übernimmt.

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