Unsere Ulmer Superhelden

Kennen Sie schon den kommenden Kinokracher? "Lion-Man"! Die atemberaubende Geschichte eines mysteriösen Wesens, das im Hinterstübchen des Ulmer Museums, von Besuchern ungestört, zum Leben erwacht und mit archaischen Kräften loszieht, um seine fehlenden Teile zu suchen. . .

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Das ist lächerlich? Aber ein Junge, der von einer mutierten Spinne gebissen wird und sich an Fäden durch die Straßen schwingt, ist cool? Und ein erwachsener Mann, der sich hochneurotisch als Fledermaus verkleidet, ist in Ordnung? Nein, die Storys dieser Superheldenfilme klingen sowieso albern. Aber sie spielen Millionen ein! Derzeit krabbelt sogar ein Ant-Man über die Leinwand. Das können wir Ulmer nicht auch? Mit unserem Superheldenpotenzial?

Der Löwenmensch, pardon Lion- Man, benötigt nur ein scharfes Kostüm, da wird sich ja wohl ein heißes Fasnetshäs finden. Der Verein Ulmer Autoren denkt sich ein raffiniertes Drehbuch aus: Zunächst schafft es unser Held nicht, dem Museum zu entfliehen, weil er den Steg zur Kunsthalle Weishaupt nicht findet. Dann bedroht ein Superschurke die Paradekonzerte - oder lieber nicht, sonst ist die FWG gegen den Film. Für etwas Batman-Feeling borgt man Lilli Langohr aus. Super werden auch die Verfolgungsjagden in den verlassenen Gängen der Glacis Galerie, das kann man ungestört mitten am Tag drehen. Vielleicht fällt dem Theaterintendanten noch etwas ein, damit es nicht zu lang oder gar anspruchsvoll wird.

Zum Ende hin klettert Lion-Man aufs Münster wie weiland King Kong aufs Empire State Building und schreit "Super Ulmer Weitblick", so bekommt das Ganze tolle Marketingwirkung. Das Münster Scanning sorgt dabei für zarte Lichteffekte. Und nach dem Actionfinale am Bahnhof sehen die Sedelhöfe wie in Schutt und Asche gelegt aus, also wie heute. So kann man auch noch Geld sparen.

Klar, solche Filme kosten eigentlich 150 Millionen Dollar, aber wir Ulmer kriegen das als Eigenproduktion der Kulturabteilung für ein paar Nullen weniger hin. Hauptsache, man engagiert für den Soundtrack keinen zyprischen Komponisten. Besser, die Musik wird auf der Schwanenflöte eingespielt. Oder der Münsterkantor dirigiert "Carmina Burana" auf Spielfilmlänge, das kriegt der hin.

"Gold Ox" statt "Iron Man", "The Sparrow" statt "Birdman": Allerlei ulmische Superhelden-Knaller werden folgen! "Czisch vs. Rivoir - Es kann nur keinen geben", "Never Say Never: The Return of Ivo-Man", "SSV Forever Fünfte Liga" und schließlich, mit einer Prise Steinzeit-Erotik gewürzt: "Hot Venus from Hohlefels". Wenn Hollywood da nicht neidisch wird.

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