Uni Ulm nimmt neue Chemiepraktikumsräume in Betrieb

Diese Woche wurden an der Universität Ulm die neuen Chemiepraktikumsräume durch den Fachbereich und die naturwissenschaftliche Fakultät eingeweiht. Die Universität reagierte mit dem insgesamt 1,8 Millionen Euro teuren Umbauprojekt auf die wachsenden Studierendenzahlen im Fach Chemie.

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  • Mit dem Vakuumsaugheber lassen sich die Rollcontainer platzsparend aufstapeln. 1/3
    Mit dem Vakuumsaugheber lassen sich die Rollcontainer platzsparend aufstapeln. Foto: 
  • Nach dem Komplettumbau der alten Räume stehen den Studierenden über 120 vollausgerüstete Laborplätze zur Verfügung. 2/3
    Nach dem Komplettumbau der alten Räume stehen den Studierenden über 120 vollausgerüstete Laborplätze zur Verfügung. Foto: 
  • Prof. Kerstin Leopold (links) freut sich mit Vertretern des Fachbereichs und der Fakultät über die neuen Chemiepraktikumsräume. 3/3
    Prof. Kerstin Leopold (links) freut sich mit Vertretern des Fachbereichs und der Fakultät über die neuen Chemiepraktikumsräume. Foto: 
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„Diese an sich positive Entwicklung bringt natürlich auch logistische Probleme mit sich, die wir aber mit dem neuen modularen Konzept hervorragend lösen konnten“, so Studiendekan Professor Timo Jacob. Der Clou: spezielle mobile Unterbauten, aufgeteilt in zwei Sätzen á 60 Rollcontainer, können nach Bedarf ausgetauscht werden. Das Kernstück ist ein so genannter hydraulicher Saugvakuumheber im benachbarten Lagerraum, mit dessen Hilfe die Rollcontainer platzsparend gestapelt werden können. „Diese technische Lösung haben wir uns von der Industrie abgeschaut. Wir können so einen kompletten zweiten Satz Rollcontainer in unmittelbarer Nähe lagern und Praktika parallel organisieren“, erklärt Bauamtsingenieur Enrico Frick.

Die Praktikumsräume können damit voll ausgelastet und auch in den Semesterferien genutzt werden. „Für unseren Fachbereich bedeutet das eine beachtliche Kapazitätserweiterung“, freut sich Professorin Kerstin Leopold vom Institut für Analytische und Bioanalytische Chemie, die die Kommunikation zwischen Bauamt, Universitätsverwaltung und Wissenschaft hervorragend koordiniert hat. Angestoßen wurde diese instituts- und fachbereichsübergreifende Lösung von Institutsleiter Professor Boris Mizaikoff im Rahmen des Projektes „Interfakultäres naturwissenschaftliches Praktikum“, das die disziplinübergreifende Grundlagenausbildung der Studierenden stärken soll. Die verbesserte technische Ausstattung und insbesondere der neu eingerichtete Messraum, der neben diversen Spektrometern, Chromatographen auch Apparaturen für Fluoreszenzsensorik und elektrochemische Verfahren bereit hält, schafft gute Voraussetzungen, dass bereits die Studierenden Erfahrungen im Bereich der instrumentellen Analysetechniken sammeln könne. „Insbesondere für den Einstieg ins Berufsleben ist dies ein großer Vorteil“, meint Studiendekan Jacob. Die Praktikumsräume werden nicht nur für einfache Grundpraktika zum Einsatz kommen, sondern auch für fortgeschrittene Analyse- und Synthesepraktika. „Der Umbau bedeutet für den dreißig Jahre alten Gebäudeflügel eine große Aufwertung, die nicht zuletzt den Studierenden an der Universität zugutekommt“, freute sich Bauamtsleiter Wilmuth Lindenthal. „Durch diese vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Nutzern, Technikern und Bauamt haben wir ein Werkstück mit Pilotcharakter geschaffen, das nicht nur von der technischen Umsetzung her wegweisend ist, sondern auch, was die Beteiligung der späteren Nutzer an der Planung angeht“, so Lindenthal. 

Der Totalumbau der insgesamt 420 Quadratmeter großen Praktikumsflächen auf der Ebene 3 in N24 wurde im Juli 2012 in Angriff genommen und im April 2013 abgeschlossen. Insgesamt wurden 42 Arbeitsplätze am Laborabzug geschaffen sowie weitere 81 einfache Arbeitsplätze, sodass nun insgesamt 123 Laborplätze und weitere 13 Messplätze für die Praktikumsausbildung zur Verfügung stehen. Durch die austauschbaren Rollcontainer, die je nach Praktikum gesondert bestückt werden müssen, verkürzen sich die Vor- und Nachbereitungszeiten für die Praktikumsbetreuer wesentlich. Übrigens besteht an allen Plätzen nicht nur Anbindung an Strom und Wasser, sondern die Laborzeilen werden zusätzlich noch mit acht verschiedenen Gasarten versorgt. Neben Wasserstoff und synthetischer Luft sind dies Stickstoff, Helium, Argon, Acetylen, Propan und Druckluft. Für die anwesenden Gäste aus Fachbereich, Fakultät und Uni wohl eine verlockende Aussicht, sodass Professor Timo Jacob vom Institut für Elektrochemie sich bemüßigt sah, bei der Freigabe von Sekt und belegten Brötchen zu warnen: „Aber bitte nicht an den Gashähnen drehen!“ 
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