Umfrage: Was kommt bei Ihnen in den Nikolaus-Stiefel?

Zurück zur Tradition: So lautet die Devise vieler Ulmer beim Schenken. Wir haben nachgefragt: Was kommt bei Ihnen in den Nikolaus-Stiefel?

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Für die einen ist Nikolaus lästiger Geschenke-Kult, für die anderen eine wichtige Tradition. Bei einem sind sich die Teilnehmer unserer Umfrage aber einig: Beim Schenken sollte man sich auf Traditionen zurück besinnen. Wir haben uns in der Ulmer Innenstadt umgehört und gefragt: Was kommt bei Ihnen in den Nikolaus-Stiefel?

Familie Schäfer zum Beispiel hat Nikolaus kurzerhand vorgezogen und bereits am Sonntag mit der ganzen Familie gefeiert: „Es kam ein verkleideter Nikolaus und ein Knecht Ruprecht. Die Kinder haben gesungen und Instrumente gespielt“, erzählt die 38-jährige Daniela Schäfer. „Bei uns geht der Trend dahin, zu reduzieren und vom Materiellen wegzugehen.“ Geschenke stünden für sie nicht im Vordergrund.

Eine Ansicht, die Denise Leon-Medina teilt. Die 34-jährige Designerin und Bloggerin beginnt gerade das Nikolaus-Ritual in ihrer Familie einzuführen: „Ganz wichtig ist für mich, dass nur Traditionelles in den Stiefel kommt: Lebkuchen, Nüsse und Tannenzweige. Man sollte sich zurückbesinnen und Nikolaus nicht mit riesigen Geschenken begehen. Als Kinder haben wir uns zum Beispiel immer besonders über den Lebkuchen gefreut.“

Sabine Keck aus Blaustein befüllt an Nikolaus ganze acht Stiefel. Jeder ihrer acht Enkel bekommt einen. Darin sind Schokoladen-Nikoläuse, Schokokugeln und andere Süßigkeiten. Die 50-jährige meint aber auch: „Ich finde es schon schade, dass der Zweck von solchen Feiertagen oft total vergessen wird.“

Auch Julia Weis, 36, Erzieherin aus Langenau verschenkt etwas zu Nikolaus. Sie erzählt: „Meine Patenkinder bekommen jeweils ein kleines Geschenk. Eine CD oder ein kleines Buch. Bloß keine Süßigkeiten, die Kinder kriegen ja sonst schon genug Süßes. Dieses Jahr gibt es einen Gutschein. Ich packe alle ein und wir gehen gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt.“

Doris Wendefeier ist beim Schenken pragmatisch veranlagt. Sie sagt: „Für Erwachsene sollte man etwas Nützliches schenken. Jetzt grade bieten sich warme Socken, Handschuhe oder ein Schal an. Die 60-Jährige meint auch: „Nikolaus ist für mich ein Vorbote für Heiligabend. Und eine kleine Erziehung ist es auch: Wenn du nicht brav warst, gibt es nix.“

Petra Dauser, Betriebswirtin aus Geislingen beschenkt ihre Tochter am Nikolaus doppelt: Diese wird am 6. Dezember 14 Jahre alt. In den Stiefel kommt also einiges: „Ganz viele Sachen zum Reiten. Reiterhosen, Handschuhe, ein Buch übers Reiten und ein Pferdekalender. Vielleicht sollte ich einen Reitstiefel raus stellen?“, scherzt die 46-Jährige. „Mein Sohn bekommt auch einen Nikolaus-Stiefel. Drin ist ein T-Shirt und Süßigkeiten. Wir machen das jedes Jahr so, das ist eine schöne Tradition.“

Einer, der mit Nikolaus so gar nichts anfangen kann ist Andreas Nentwick, Lagerist aus Ulm. Der 30-Jährige meint: „Dieses ganze Kommerz-Zeug geht mir auf die Nerven. Wir machen da nicht mit. Bei uns gibt es keinen Kaufrausch und auch an Weihnachten nur kleine Geschenke. Wenn ich Kinder hätte, würde ich ihnen etwas selber basteln, so wie wir das früher auch gemacht haben.“ In Weihnachtsstimmung komme er sowieso ganz anders, wie Nentwick erzählt: „Glühwein und zum Eishockey-Spiel gehen – das ist für mich Weihnachtsstimmung, nicht Nikolaus.“

Franziska Glauser sieht das anders. Bei der 31-jährigen Schweizerin ist das Fest Familientradition und ein Anlass zum Feiern: „Bei uns gibt es eine richtige Tafel. Wir sitzen alle zusammen, es gibt Käse und Wein und kleine Geschenke.“ Außerdem erklärt die Projektmanagerin aus dem schweizerischen Weinfelden: „Bei uns in der Schweiz verschenkt man zum Beispiel „Grittibänz“, kleine Teigmännchen, Mandarinen, Nüsse, Schokolade oder Tannenzweige. Der Nikolaus heißt bei uns Samichlaus, der Schmutzli ist der Knecht Rubrecht.“

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