Umfrage: "Ein solider Nachfolger Ivo Gönners"

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"Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis der Wahl", sagt Markus Simanowski mit Blick auf den hohen, schwarzen Balken, der die Stimmenanzahl für Gunter Czisch widerspiegelt. Der 55-Jährige hat sich bereits früh gestern Abend ins Rathaus begeben, um gleich den ersten Trend der Stimmenauszählung zu erfahren. "Czisch ist meiner Ansicht nach einer, der auf Augenhöhe mit Ivo Gönner ist." Er sei ein guter Verwalter. Und was das Charisma betreffe, so könne sich der 52-Jährige ja noch entwickeln.

Auch ein junges Paar, das sich gegen 19 Uhr eilig auf dem Weg ins Rathaus befindet, ist froh über den Ausgang der Wahl. Allerdings: "Es ist überraschend, dass die Wahl gleich im ersten Wahlgang entschieden worden ist. Das hätten wir nicht gedacht." Für die 34-Jährige und den 33-Jährigen aus Böfingen bedeutet Czisch eine Fortsetzung der Politik Gönners. "Er wird die Aufgabe souverän erledigen."

Was für die einen positiv ist, ist für die anderen der Grund, warum sie vom Ergebnis enttäuscht sind: "Czisch steht für Großprojekte in Ulm, die wir nicht befürworten. Die Straßenbahn etwa aufgrund ihrer hohen Kosten." Und dass nun alles auf einmal in Angriff genommen und Ulm halb lahmgelegt werde, sagt ein Ehepaar aus Söflingen. Sie hätten lieber Martin Rivoir als OB gehabt. "Er ist kein Verwalter, wäre aber reingewachsen."

"Einen richtigen Kandidaten gab es für mich nicht", sagt eine 68-jährige Frau, die eher zufällig ins Rathaus gekommen ist. "Ich bin echt froh, dass es nicht Rivoir geworden ist." Aber auch Czisch stehe für Entscheidungen in Ulm, die desaströs seien. "Das Crossborder Leasing für die Kanalisation in Ulm etwa. Und auch die Sedelhöfe wären fast ein Misserfolg geworden", erinnert sich das Mitglied der Bürgerinitiative "Türmle" am unteren Eselsberg. Sie habe für Anja Hirschel gestimmt, "weil sie einen frischen Wind herein gebracht hätte". Es sei klar gewesen, dass sie kaum Chancen habe, aber eine Anerkennung habe die junge Frau verdient.

Ein 24-Jähriger fand Ralf Milde den besten Kandidaten. "Er sieht manches von einer anderen Warte aus, hatte Themen auf der Agenda, die den anderen nicht wichtig sind - wie etwa Kultur." Es sei bedauerlich, dass die Wahlbeteiligung so gering war, findet er. Und überraschend, dass gleich der erste Wahlgang gereicht habe. "Ich habe mit einem Stechen zwischen Czisch und Rivoir gerechnet, dann hätte ich den Letzteren gewählt."

"Wer nicht für Czisch gestimmt hat, ist selber schuld", sagt Claudia Wagner aus Söflingen. Er sei solide, kenne sich aus. Gut, dass jetzt alles klar sei. "Ich habe das gehofft."

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