Umfrage unter Donau-Spaziergängern: Was soll das Ufer bieten?

Erlebnispark Donauufer? Das neue Gastro-Schiff verändert den Charakter des Ufers und des Flusses selbst. Wollen die Ulmer und ihre Gäste noch mehr davon? Eine Umfrage am Donauufer.

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  • Das Donauufer in Ulm zieht die Leute an. Kann oder sollte es noch mehr bieten? 1/4
    Das Donauufer in Ulm zieht die Leute an. Kann oder sollte es noch mehr bieten? Foto: 
  • Svetlana Vlasov geht auf jeden Fall mal ins Bootshaus. 2/4
    Svetlana Vlasov geht auf jeden Fall mal ins Bootshaus. Foto: 
  • Tung würde gerne über dem Wasser schweben. 3/4
    Tung würde gerne über dem Wasser schweben. Foto: 
  • Friederike Haar fände einen Imbiss nicht schlecht. 4/4
    Friederike Haar fände einen Imbiss nicht schlecht. Foto: 
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Am Montag eröffnet Ebbo Riedmüllers Gastro-Schiff "Bootshaus" - einerseits schon im Vorfeld gelobt und gepriesen als großstädtischer Erlebnispunkt entlang der beschaulichen Donau. Andererseits mit dem Potenzial, eben diese Beschaulichkeit zu beeinträchtigen, wie mancher fürchtet. Es wird den Charakter des Donauufers verändern, gibt ihm ein metropoles Flair mit Erlebnisqualität. Soll es dabei bleiben? Oder wollen die Ulmer mehr davon? Was wollen sie überhaupt an der Donau?

Viele, die am Ufer unterwegs sind, wollen nichts anderes als das, was sie haben: Gepflegte Spazierwege am ruhig dahinfließenden Fluss. Das Ganze gepflegt angelegt. Es gibt rein praktische Wünsche, zum Beispiel erreichbare Toiletten. Das hätten besonders Frauen und ältere Menschen gern. Groß ist der Wunsch, etwas zum Essen zu bekommen, doch nicht unbedingt im Stile eines Restaurant-Schiffes. Denn dazu muss man einkehren.

Friederike Haar (43) und ihr sechsjähriger Sohn Jokim sind Berliner und leben seit drei Jahren in Ulm. Sie wünscht sich für ihren Sohn einen Wasserspielplatz und für sich einen Imbiss im bezahlbaren Preisniveau, wo sie sich hinsetzen kann, während Jokim planscht. Prinzipiell hätte sie gerne mehr Sitzmöglichkeiten. Sie findet das Donauufer viel schöner als das Spreeufer in Berlin, weil sie hier mehr Ruhe hat.

Eine seichte, begrenzte Stelle, wo die Kinder plantschen können, wenn möglich einen extra angelegten Wasserspielplatz. Das ist der Wunsch vieler junger Familien. Ihnen stößt auch das Entenfütterverbot auf Ulmer Seite übel auf. Mehrfach geäußert wird der Vorschlag, doch einen Bootsverleih einzurichten, um mit Elektro-Zweisitzern oder Ruderbooten die Donau zu erkunden. Und einen Steg in die Donau, quasi eine Aussichtsplattform wie es sie seit der Landesgartenschau auf Neu-Ulmer Seite gibt, wäre auch schön.

Mit allen Sinnen die Donau genießen möchte der 23-jährige Tung, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er wünscht sich Stege vom Ufer über das Wasser, "damit ich das Gefühl habe, über der Donau zu schweben". Das wäre für ihn ein "echtes Donau-Erlebnis, ein Verschmelzen des Menschen mit den Elementen, purer Naturgenuss." Weit profaner und realisierbarer ist sein Wunsch nach mehr Abfalleimern.

Was vielen gewaltig fehlt, ist der Anblick des vertrauten "Ulmer Spatzen", des Ausflugsschiffes aus dem Jahre 1936. Aber der kommt ja wieder. An den deutschen Metropolen München und Hamburg misst Marco Kerler (29) den Ulmer Donaustrand. An der Isar und der Elbe gibt es ausgewiesene Badestrände, und die vermisst Kerler am Ulmer Donauufer besonders. Etwas Meeresflair, feinkörniger Sand, das Badetuch ausgebreitet, der Liegestuhl parat, und der Sonnenschirm spendet Schatten. Aber der junge Mann weiß: "Das wird hier wohl ein Traum bleiben."

Das Verlangen nach echter Partymeile und Erlebnispark ist unter den Befragten aber insgesamt gering. Die Wünsche nach einem Donaubadestrand à la Elbufer oder Isarauen sind eher Einzelmeinungen. Tägliche ausgeprägte Spaziergänge an der Donau dagegen macht Svetlana Vlasov (56). Sie ist oftmals nach einem harten Arbeitstag an der Donau, um sich zu entspannen. Das "Bootshaus" findet sie aber gut - und wollte es schon am Wochenende ausprobieren. . . Im bisherigen Gastro-Schiff war sie häufig. "Es war heimelig und schön. Aber ich bin offen für Neues und werde mich garantiert daran gewöhnen."

Stadt am Fluss: Der Donaudialog und seine Erkenntnisse
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