Ulmer Zelt steuert auf Defizit zu

Sommer? Der sieht anders aus. Unter den Wetterkapriolen leidet auch das Ulmer Zelt. "Wir steuern auf ein Defizit zu", sagt der künstlerische Leiter Jan Ilg und hofft, dass die letzten zwei Wochen besser laufen.

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  • Eine trübe Ansicht des Ulmer Zeltes, aber auch gute Aussichten aufs kommende Programm mit den Hardrockern von Kadavar, den Südstaaten-Cracks Royal Southern Brotherhood, der Sängerin Tina Dico und dem Kabarettisten Andreas Rebers. 1/3
    Eine trübe Ansicht des Ulmer Zeltes, aber auch gute Aussichten aufs kommende Programm mit den Hardrockern von Kadavar, den Südstaaten-Cracks Royal Southern Brotherhood, der Sängerin Tina Dico und dem Kabarettisten Andreas Rebers. Foto: 
  • Smart in Turnschuhen: Sebastian Pufpaff. Foto: Volkmar Könneke 2/3
    Smart in Turnschuhen: Sebastian Pufpaff. Foto: Volkmar Könneke
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Ein ausnehmend kühles Frühjahr, danach wochenlanger Dauerregen. Keine Witterung, die dazu einlädt, den Abend in einem Biergarten zu verbringen oder sich die Gummistiefel überzuziehen, um vielleicht ein Konzert im Ulmer Zelt anzuhören. So fällt die Bilanz der ersten zwei Drittel der Spielzeit 2013 des Ulmer Zeltes denn auch ernüchternd aus. "Die ersten beiden Wochen waren ein Totalausfall in der Gastronomie", sagt der Jan Ilg, der seit April der hauptamtliche Mitarbeiter des Zeltes ist.

Aber nicht nur die dringend benötigten Gastronomie-Umsätze blieben im Ulmer Zelt hinter den Erwartungen zurück, auch beim Kartenverkauf lief nicht alles so wie erwartet. Ausverkauft waren bislang nur die beidenHigh-Voltage-Varietés sowie die Auftritte der Kabarettistin Luise Kinseher und des Gitarren-Virtuosen Al Di Meola.

Ein Grund dafür: "Mit dem Start des Vorverkaufs blieb das Wetter kühl, da kam gar keine richtige Zeltstimmung auf", sagt Ilg. Die Leute blieben skeptisch und oft auch daheim: Wie etwa beim Eröffnungsabend mit Inga Rumpf und den Bap-Musikern oder bei Thees Uhlmann. Zu beiden Konzerten kamen gerade mal 400 zahlende Zuschauer - weit weniger als erhofft. Das alles hat Lücken in den Zeltetat geschlagen. "Das kann man in den letzten beiden Wochen nicht mehr ausgleichen", sagt Ilg. "Wir steuern auf ein Defizit zu. Die Frage ist nur, wie groß es sein wird."

Robbi Freudigmann vom Zeltvorstand rechnet so: "Wir haben 1000 Tickets weniger verkauft als kalkuliert. Bei einem Eintrittspreis von durchschnittlich 22 Euro wären das rund 20 000 Euro." Kann sich das Zelt ein Defizit leisten? "Wir haben das Geld nicht auf der Seite", sagt Freudigmann. Auch deshalb nicht, weil der Verein sich eben erst ein neues Zeltdach geleistet hat. 18 000 hat der Verein dafür bezahlt, weitere 18 000 kamen von der Stadt. Freudigmann ist aber zuversichtlich, dass man mit dem Minus zurechtkommen wird: über zinslose Kredite von Sponsoren oder der Stadt. "Unsere Liquidität ist auf jeden Fall gesichert", sagt er. Und diese Saison verlaufe auch wesentlich glimpflicher als jene 2006. Im Sommer der Fußball-WM in Deutschland hatten am Schluss 70 000 Euro gefehlt.

Neun Abend-Veranstaltungen stehen in dieser Spielzeit noch im Ulmer Zelt an - und für fast alle gibt es noch Karten. "Das Ukulele Orchestra of Great Britain ist ausverkauft, für den Tanzabend ,Ulm Moves! und für Uriah Heep gibt es nur noch wenige Tickets", sagt Ilg. Der hat ohnehin ganz andere Favoriten: Die Latinswing-Band Monsieur Periné, die morgen, Mittwoch, im Zelt gastiert, oder die Folkpopper Torpus & The Art Directors, die am Freitag ins Zelt kommen. Und wers kräftiger mag: Am Samstag bringen Kadavar Psychedelic Hardrock ins Zelt, der so klingt, als sei die Zeit 40 Jahre stillgestanden, und am 5. Juli beehren die Südstaatenrocker Royal Southern Brotherhood die Friedrichsau.

Bei Sebastian Pufpaff ist der Name Programm
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Kommentare

26.06.2013 00:36 Uhr

Neues Programm? - Aber solange die Stadt das Minus zahlt...

Neues Programm? - Aber solange die Stadt das Minus zahlt...

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25.06.2013 16:11 Uhr

Das Wetter ist das Eine....

...das Programm das Andere. Ein frisches Programm auch für Gäste im mittlereren Alter wäre toll! Für die 30-40 jährigen ist musikalisch kaum was dabei! Dabei geht gerade diese Zielgruppe noch regelmäßig weg und konsumiert ordentlich....vielleicht mal drüber nachdenken!

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25.06.2013 16:10 Uhr

Das Wetter ist das Eine....

das Programm das Andere. Ein frisches Programm auch für Gäste im mittlereren Alter wäre toll! Für die 30-40 jährigen ist musikalisch kaum was dabei! Dabei geht gerade diese Zielgruppe noch regelmäßig weg und konsumiert ordentlich....vielleicht mal drüber nachdenken!

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25.06.2013 09:11 Uhr

Vielleicht liegts ja auch am Programm...

"Am Samstag bringen Kadavar Psychedelic Hardrock ins Zelt,"

Naja, vielleicht liegts ja auch mit am Programm, dass es nicht immer ganz so voll ist.

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