Ulmer Team startet bei der Allgäu-Orient-Rallye

Am 3. Mai startet die neunte Allgäu-Orient-Rallye mit Ziel Jordanien. Sechs Ulmer stellen ein Team. Die 5500 Kilometer nach Amman wollen sie in zwei Feuerwehrautos und einem Mercedes-Oldie zurücklegen.

|
Die "Sandmänner" und ihre Autos. Am 3. Mai starten sie darin zu ihrer großen Fahrt in den Wüstenstaat Jordanien.  Foto: 

Wer clever war als Student und ein Quäntchen risikobereit, der kaufte sich schon vor 40 Jahren ein altes Auto und karrte es nach Amman, Beirut oder Damaskus. Mit etwas Glück verdiente er beim Verkauf dort genug, um die folgenden Monate davon zu leben.

Noch heute werden alte Autos aus Deutschland in die jordanische Hauptstadt Amman gesteuert. Diese Fahrten werden, zumindest soweit sie die Allgäu-Orient-Rallye organisiert, als "eines der letzten automobilen Abenteuer" beworben. Am 3. Mai ist es dieses Jahr wieder so weit. Unter den 111 Teams - so viele machen sich von Oberstaufen aus auf den Weg - mischt auch wieder ein Ulmer Team mit: das Team "Sandmänner".

"Sandmänner", so nennen sich sechs junge Burschen im Alter zwischen 21 und 25 Jahren; Studenten, Berufstätige, einer geht noch in die Lehre. Drei davon, Moritz, Samuel und Thaddäus Geiger, sind Brüder. Mit Andreas Deiß, Till Sterobanek und Lucas Ventour, den drei anderen, sind sie befreundet. Die sechs kennen sich seit ihrem gemeinsamen Besuch der Waldorf-Schule.

Wie kamen sie auf die Idee, sich an dieser Rallye zu beteiligen? Sonderlich preiswert ist der Spaß ja nicht. Für die Kosten, rund 4.200 Euro pro Nase, müssen sie selbst aufkommen. "Ich hatte seit Jahren vor, an so was teilzunehmen", erzählt Thaddäus Geiger, der Älteste in der Runde. Aber fast hätte es nicht geklappt. Als er die Ausschreibung im Internet entdeckte, waren schon alle Plätze belegt. Erst nachdem ein Team zurückgetreten war, kamen die Ulmer zum Zug.

Dann ging es an die Vorbereitungen. Drei Autos mussten her. Autos, die - so will es das Reglement - nicht mehr als 1.111 Euro kosten durften. Oder die älter als 20 Jahre sind. Auf das erste Auto, das sie nach Jordanien bringen soll, stießen die "Sandmänner" im Netz. Einen Magirus 170D 11, ein Feuerwehrauto aus Nürnberg. Seit seiner Zulassung im Jahre 1977 wurde er nicht mehr als 17. 000 Kilometer bewegt. 2700 Euro haben sie für den Oldtimer bezahlt.

Auch der zweite Wagen stammt aus dem Bestand von Feuerwehrleuten. Der ebenfalls gut 35 Jahre alte VW LT 31 rollte bis heute lediglich 16.000 Kilometer. Allein die Einrichtung, Holzbänke im Innern, lasse vermuten, dass damit nur Festgelage angesteuert wurden, berichten die "Sandmänner". Ihr drittes Auto, ein Mercedes 124 Kombi, hat allerdings schon 455.000 Kilometer auf den Achsen. Sie sind aber zuversichtlich, dass auch dieses Fahrzeug die 5.500 Kilometer nach Jordanien noch schafft.

Vier "Sandmänner" haben den Lkw-Führerschein; Engpässe am Steuer dürfte es während ihrer knapp dreiwöchigen Reise also keine geben. "Die meisten von uns haben auch schon mal die Motorhaube aufgeklappt", sagt Moritz Geiger. "Und einer arbeitet in einer Autowerkstatt." Linke Hände haben die jungen Ulmer also nicht, falls kleine bis mittelgroße Reparaturen anstehen sollten. Ersatzteile, angefangen von Lichtmaschinen bis zu Ersatzreifen, haben sie für alle Fälle schon mal eingepackt.

Die gesamte Rallye hat einen sozialen Anstrich: In Amman werden die Autos zugunsten von sozialen Zwecken versteigert. Das Ulmer Team packt noch eins drauf: Für ein Krankenhaus im rumänischen Temeswar haben sie gespendete Rollstühle, Krücken, Verbandsmaterial und Katheder geladen.

Der Weg über Syrien ist den Rallye-Fahrern auch diesmal versperrt
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Liveticker: SSV Ulm 1846 Fußball gegen Röchling Völklingen

Beim Spiel gegen Röchling Völklingen steht der SSV Ulm 1846 Fußball unter Druck – ein Sieg muss her. Verfolgen Sie die Begegnung ab 14 Uhr im Liveticker. weiter lesen