Ulmer Subkultur in Bewegung: K-Werk, Kufa und eine neue "Heimat"

So ist das mit Zwischennutzungen: Kaum schließt ein Kulturclub im Abbruchhaus, macht anderswo einer auf. Aktuell: Im K-Werk geht es erst mal weiter, auf dem Kreuz gibt es ein Konzert-Film-Ausstellungsprojekt.

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Atelier, Probenraum, Veranstaltungsort: In der Gideon-Bacher-Straße gibt es jetzt eine "Heimat" für Kreative.  Foto: 

Mit der  Schließung der Kunst- und Kulturfahrschule (Kufa)  am Ehinger Tor ist die im Sommer beschworene "Kulturmeile" zwischen Innen- und Weststadt zwar verkürzt, aber nicht verschwunden. Denn in der Straße, an der auch das Roxy und die Kradhalle liegen, gibt es weiterhin das "K-Werk". Die dort eingemieteten Künstler haben sich vom Verein Kunstwerk getrennt und führen ihre Geschäfte jetzt in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) selbst. Als solche dürfen sie mit städtischer Genehmigung bis Ende März im ehemaligen TFU-Gebäude an der Kreuzung Schillerstraße/Zinglerstraße bleiben. Das hat OB Ivo Gönner auf Nachfrage bestätigt.

Dort hatten sie im Sommer ein Zwischennutzungsprojekt mit Bar, Veranstaltungshalle, Ateliers und Galerie im Obergeschoss eingerichtet. Nach "Second Edition" ist noch bis 4. Januar die Ausstellung "Die Dritte. Kunst im K-Werk" zu sehen.

Dazu erblüht gerade in einer anderen Ecke der Stadt ein ambitioniertes Zwischennutzungspflänzchen: Im Viertel Auf dem Kreuz machte am Wochenende die "Produzentengalerie Heimat" mit einer Ausstellungseröffnung auf sich aufmerksam. Im ersten Stock der Gideon-Bacher-Straße 3 ist seit Kurzem eine Künstlergruppe namens "Heimat3000" zu finden. Seit Samstag stellen die Mieter der dort untergebrachten Ateliers - Alexandra Adam, Dorothea Grathwohl, Robert Förster, Bernhard Seidt und Patrick Nicolas - ihre Zeichnungen, Acryl-Mischtechnik-Bilder, Fotografien und Grafiken aus.

Projektsprecher Förster zufolge sieht sich das Projekt als "Kulturtreffpunkt der unangepassten Kunstszene". Der tue Not: "Es muss und darf in Ulm eine weitere Plattform für politische Kunst und Nichtgefälliges geben." Auch Musiker Uli Hahnel hat in diesen Räumen eine Heimat für Proben und Produktion gefunden. Für 21. Dezember ist unter dem Motto "Künstler kochen für andere Arme" eine "andere Weihnacht" geplant, ab 17. Januar wird Jorg Rabus eine Ausstellung zeigen, am 23. Januar spielt Stem Sulo ein Konzert. Dazu soll ab Januar "kontroverses Kino" geboten werden - von "Metropolis" bis Ulrich Seidl.

Die Beschicker der ehemaligen Kunstfahrschule - das erfolgreiche künstlerische Anhängsel der Kulturfahrschule in diesem Sommer - haben jetzt einen Katalog dieser vergangenen Saison herausgebracht. Das von den Künstlern Stefan Grzesina und Cecilia Espejo getragene "Kunst Schimmer Heft" lebt von der gleichen Energie wie die enorm erfolgreiche und kostendeckend betriebene Zwischennutzung im Kufa-Hochhaus: pragmatisch, kurzfristig, flüchtig und hochengagiert, fasst Mit-Initiator Tommi Brem zusammen. Er selbst will diese Woche eine neue Zwischennutzung beantragen. "Alles zwischen 70 und 300 Quadratmetern in ungefährer Innenstadtlage bei einer Laufzeit von 8 bis 16 Wochen klingt für uns momentan sehr spannend", hatte er noch vor Kurzem erklärt. Das Problem: Die Kunstfahrschule verfüge anders als der Verein Kunstwerk und die Kulturfahrschule bislang über keine Rechtsform.

Auch von der Kulturfahrschule gibt es Neues: Die Kufa-Macher um Andreas Dukek-Haferkorn sind dabei, eine gemeinnützige GmbH zu gründen. Denn sie werden jetzt von der Volksbank Ulm-Biberach im Rahmen von deren Aktion "Fortschritt bewahren" finanziell gefördert und verfolgen das Ziel, das Universum-Center am Ehinger Tor zu einer "Plattform fürs kulturelle Leben" umzugestalten. Ob es mit einem neuen Veranstaltungsort in der Bowlingbahn klappt, ist nun wieder offen. Doch Dukek-Haferkorn hat Pläne für den einst prestigeträchtigen Bau, der sich zum sozialen Brennpunkt entwickelt hat: So sollen "Räume für kreative Bürogemeinschaften", sogenannte Coworking Spaces, und eine Crowd-Funding-Plattform entstehen.

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