Ulmer Modelabel verkauft Öko-Shirts mit Affenkunst

Was haben ein Affe aus Krefeld und ein Paar aus Neu-Ulm gemeinsam? Sie machen Mode. Orang-Utan Barito liefert die Motive, Yvonne Kaltenecker und Marcus Handvest verewigen sie auf Bio-T-Shirts.

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  • Künstler Barito probiert eines der T-Shirts mit "seinem" Bild an . . . 1/3
    Künstler Barito probiert eines der T-Shirts mit "seinem" Bild an . . .
  • . . . und so siehts aus, wobei es noch nicht wirklich richtig sitzt. Fotos: Hella Hallmann / Zoo Krefeld 2/3
    . . . und so siehts aus, wobei es noch nicht wirklich richtig sitzt. Fotos: Hella Hallmann / Zoo Krefeld
  • Yvonne Kaltenecker und Marcus Handvest vom Ulmer Modelabel Ajoofa mit Affenkunst. Foto: Lars Schwerdtfeger 3/3
    Yvonne Kaltenecker und Marcus Handvest vom Ulmer Modelabel Ajoofa mit Affenkunst. Foto: Lars Schwerdtfeger
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Der Pinselstrich dynamisch, abstrakt. Der Ausdruck stark, affenstark. Vor lauter Schaffenskraft geht da schon mal ein Keilrahmen zu Bruch. Doch Baritos künstlerisches Wirken findet bevorzugt im Verborgenen statt. Wenn er zu Fingerfarben oder Wachsmalstiften greift, lässt er sich nicht gern über die haarige Schulter schauen. Kameras etwa, die seine Malerei dokumentieren sollen, montiert er ab. "Da ist er ein wenig exzentrisch", sagt Marcus Handvest (38). Barito sei sein "Designpartner", 13 Jahre alt, ein Borneo-Orang-Utan, mit Heim im Krefelder Zoo.

Dank Handvest und seiner Lebensgefährtin Yvonne Kaltenecker (33) kommt der tierische Künstler jetzt groß raus. Die Jungunternehmer leben in Neu-Ulm und haben im Oktober in Ulm das Mode-Label "Ajoofa" - Art Joins Organic Fashion - gegründet. Ihre erste T-Shirt-Kollektion, erhältlich seit März und unter fairen Bedingungen aus Bio-Baumwolle produziert, zieren acht Motive Baritos.

Teils haben die Macher Ausschnitte gewählt, teils Farben verändert - aber immer trägt das Shirt Baritos Handschrift. Und einen so genannten Marken-Tag, der sich aus Produkt- und Künstlernamen sowie Geo-Koordinaten zusammensetzt. Letztere stehen für Tier- oder Naturschutz-Projekte, an die Ajoofa fünf Prozent des Nettoverdienstes spendet. Das Geld geht an den Verein Berggorilla und Regenwald Direkthilfe, an Faszination Regenwald sowie an Tierheim und Tierschutzbund Ulm/Neu-Ulm.

Letztlich sei das eines der größten Probleme in der Umsetzung ihres Konzepts gewesen, sagt Geschäftsführer Handvest. Vereine, die kein Spendengeld möchten? "Einige Tierschutzvereine wussten nicht, wie sie sich zu dem Thema Tiere im Zoo stellen sollen und haben deshalb abgelehnt." Baritos "Fachfrau für Tierbeschäftigung" in Krefeld indes ist davon überzeugt, dass der Menschenaffe Künstler aus Leidenschaft ist. Auch der Zoo verdient mit. Zwei Prozent des Ajoofa-Gewinns geht an Barito. Sein Lohn: Farben, Leinwand, Spielsachen.

Einige hundert T-Shirt-Bestellungen für 24,95 Euro für Kinder und 39,95 Euro für Erwachsene hat Handvest in den Büroräumen in der Bockgasse bislang bearbeitet. Seit kurzem sind die Shirts nicht nur Online und im Krefelder Zoo, sondern auch bei einem Einzelhändler in Laupheim, Biberach und Ravensburg erhältlich.

Dass er, ein studierter Informatiker, einmal Mode machen würde, das hat sich Handvest nicht träumen lassen. Die Idee kam dem Paar beim Shoppen. Abstrakte Drucke auf Shirts, Zahlen ohne Sinn und Zweck, irgendwie affig. Da fiel beiden wieder ein Beitrag über Barito ein. Warum nicht mit tierischen Motiven Mode machen, ein Label gründen, das für Fairness, Nachhaltigkeit, Artenschutz steht?

Für die Selbstständigkeit hat Handvest seinen Job gekündigt, kann längst ein Lied singen von Business-Plänen, Rechtsanwalt- und Bankengesprächen, Zookontakten, Kreativarbeiten, Marketing-Strategien. Harte Arbeit. Und ein ständiger Prozess: Barito soll nicht der einzige Design-Partner bleiben. Schon schauen sich die Neu-Ulmer nach weiteren tierischen Talenten um. Ihr Schäferhund Arco hat übrigens auch schon mal gemalt, mit Schwamm und Pfote. Aber für die nächste Kollektion soll wieder ein prominenter Künstler gefunden werden.

Info Weitere Infos im Internet unter www.ajoofa.com

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