Ulmer Lösung bei Lernmitteln

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Lernmittel an öffentlichen Schulen sind unentgeltlich. So steht es in der Landesverfassung Baden-Württemberg, Artikel 14. Und weiter: „Die Schulträger können am Mehraufwand beteiligt werden.“ Wie viel die Städte an die Schulen zahlen oder ob für Arbeitshefte Eltern zur Kasse gebeten werden, damit wird jedoch unterschiedlich verfahren.

Auch Ulmer Schulen haben Arbeitshefte über die Eltern mit finanzieren lassen. Damit soll nun Schluss sein. Gerhard Semler, Chef der Abteilung Bildung und Sport, will das „einheitlich und im Rahmen der Lernmittelfreiheit regeln“, sagt er. Die finanzielle Beteiligung von Eltern hatte nämlich immer wieder zu Diskussionen geführt. In der Sitzung des Ulmer Gesamtelternbeirats hat Semler folgendes Modell vorgestellt: „Ein Lernmittel ist das, was im Unterricht notwendig ist“, macht er deutlich. Dafür übernimmt die Stadt die Kosten und holt sich den Großteil, laut Semler etwa 80 Prozent, vom Land wieder.

Anders verhält es sich, wenn ein Lehrer Hefte für Übungsaufgaben empfiehlt, mit denen sich Schüler daheim auf Tests vorbereiten können. Die fallen für Semler unter Privatvergnügen.

Die „Ulmer Lösung“ (Semler), der alle geschäftsführenden Schulleiter zugestimmt haben, sieht vor, dass für Schüler in den Klassen 1 bis 3 alle Arbeitshefte zum Hineinschreiben überlassen werden. Anders von Klasse 4 an. Da soll künftig jede Schule selbst entscheiden, welche Hefte zum Gegenstand des Unterrichts gemacht werden und ob sie leihweise oder zum Verbrauch überlassen werden. Sie könnten Lückentexte aus Büchern abschreiben. „Das kann man Jüngeren nicht zumuten“, sagt Semler. Die Klassensätze, aus denen Schüler etwas abschreiben, sind für die Stadt wirtschaftlich, da sie an die nachfolgenden Klassen weitergegeben werden.

Mit der Ulmer Lösung kommen auf die Stadt Mehrausgaben zu. Deswegen hat die Stadt der Abteilung Bildung und Sport dafür noch 95 000 Euro für 2017 bereitgestellt. Semler appelliert an die Schulleiter, Lernmittel zwar anzuschaffen, jedoch „sparsam und wirtschaftlich“.

Sondermittel Der Ulmer Gemeinderat hat in den gerade abgeschlossenen Haushaltsberatungen für das Jahr 2018 für Lernmittel 125 000 Euro als Sondermittel genehmigt. Insgesamt wurde im Haushalt 2018 für Lernmittel 1,5 Millionen Euro bereitgestellt, das heißt für alles, was man Schülern in die Hand gibt, einschließlich 50 000 Euro für inklusionsbedingte Aufwendungen.

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