Ulmer Galerien präsentieren sich auf der Kunstmesse in Karlsruhe

Sie fühlen sich pudelwohl auf der Art Karlsruhe, die Ulmer Galeristen Tobias Schrade, Charlotte Smudajescheck, Bernd Geserick und Catherine Hartl. Eine starke Künstler-Mannschaft gibt ihnen die Sicherheit.

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Die Ulmer Galeristin Charlotte Smudajescheck zeigt einen Ausschnitt aus ihrem Programm auf der Art Karlsruhe.  Foto: 

Man muss sie bewundern, die Ulmer Galeristen, mit welcher Courage sie sich in das Haifischbecken Kunsthandel stürzen, mit welch ausgeprägtem Selbstbewusstsein sie sich im Kunstlabyrinth der Art Karlsruhe bewegen. Ob nun bei Tobias Schrade, den BEGE-Galeristen Bernd Geserick und Catherine Hartl oder bei Charlotte Smudajescheck - es ist nicht die geringste Spur von Unsicherheit zu entdecken. Sie alle sind überzeugt, dass sie sich mit ihrer Kunstkoje im Kreis der Konkurrenten bestens behaupten und dass sie mit ihrem Angebot bei angestammten und neu gewonnenen Sammlern Eindruck machen.

Zumindest bei Tobias Schrade darf man mutmaßen, dass da der Vater - und Gründungsvater der Art - Ewald Karl Schrade ab und an seine schützende Hand über den Filius hält. Aber Tobias Schrade geht seinen Papa schon mal ganz schön hart an, wenn er ihm beispielsweise beibringen muss, dass die Kollegen um ihn herum total verärgert sind, weil die Beleuchtung in der Halle 4 so ungut heruntergedimmt wird, damit Rosalies Lichtskulptur an der Wand besonders schön leuchtet.

Vom Krisengerede um den Kunstmarkt will Tobias Schrade nicht viel wissen. Mit seiner bewährten und meist regional verwurzelten Künstler-Mannschaft - etwa Birte Horn, Lothar Seruset, Hans Schüle oder Danielle Zimmermann -, also gerade auch mit seiner Galerietätigkeit vor Ort, setzt er auf Beständigkeit und Qualität: "Dies sichert mir das Vertrauen bei meiner Klientel und ich kann unbeeindruckt von Auktions-Weltrekorden und Kunstmarkt-Hypes hochwertige Galeriearbeit leisten." Die Art Karlsruhe ist für Tobias Schrade ein Heimspiel. Auch wenn die Münsterstadt etwa 170 Kilometer von den Messehallen in Rheinstetten entfernt liegt.

Auch die Ulmer BEGE-Galerien spielen in Karlsruhe eine Trumpfkarte aus. Auf ihrem Stand gleich neben dem Eingang der Halle 3 und dem dazu gehörenden großen Skulpturenplatz gehen sie auf volles Risiko. Bernd Geserick ließ alle seine den Umsatz stark fördernden Großkünstler wie etwa Venet, Antes, Christo, Chillida oder Uecker zu Hause im Depot, weil er sich ganz einem einzigen Kunstprojekt seiner Galerie verschrieben hat.

Anfang Mai wollen die BEGE-Galerien in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Kulturforum Mainau erneut eine große Skulpturenausstellung auf der Bodensee-Blumeninsel eröffnen. Fünf Bildhauerinnen und Bildhauer sind dazu eingeladen: der Ansbacher Stahlskulpteur Thomas Röthel, der auf der Mainau schon Erfahrungen gesammelt hat, der Ravensburger Bildhauer Robert Schad, die Luzerner Objektemacherin Sibylle Pasche, der für seine glänzenden Chromstahlskulpturen bekannte Schweizer Carlo Borer und der Schwarzwälder Armin Göhringer, dem es das Material Holz angetan hat. Bei der Art Karlsruhe bekommt man einen Eindruck davon, wie sich diese Großskulpturen auf der Mainau ausnehmen könnten.

Auch die Ulmer Galeristin Charlotte Smudajescheck geht ihren Auftritt auf der Art ganz entspannt an. Mit ihrer One-Artist-Show der Meisterschülerin des kürzlich verstorbenen Günther Förg, Janina Roider, die Prominenten-Porträts von Marilyn Monroe, Elvis Presley oder Frida Kahlo malerisch in bunte Farbsplitter zerlegt, hat sie ein großartiges Zugpferd im Stall. Aber auch mit dem russischen Farbwerker Lev Khesin oder mit dem interessante, konstruktivistisch angelegte Wandobjekte fertigenden jungen Julius Dörner kann sie gut Staat machen.

Über Kunst und Künstler aus der Ulmer Region stolpert man auf der Art Karlsruhe nahezu an jeder Ecke. So hat der hier für seine sympathisch wirkenden Reisig-Kugelplastiken bekannte Norbert Klaus zusammen mit Raymond E. Waydelich eine beachtenswerte One-Artist-Show bei der Aalener Galerie Zaiß. Und nicht vergessen darf man Art-Direktor Ewald Karl Schrade, der mit seinem Elektromobil von Stand zu Stand fährt. Schließlich präsentiert er in den Karlsruher Messehallen an prominentem Platz seine fast ausschließlich mit Künstler-Schwergewichten wie Erich Hauser oder Walter Stöhrer gefüllte Schloss-Mochental-Galerie.

Von den Dätzinger Galeristen Schlichtenmaier, die mit HAP Grieshaber, Georg Karl Pfahler, Willi Baumeister und Adolf Fleischmann nahezu die gesamte baden-württembergische Kunstmeistergilde vorführen, gar nicht zu reden. Man sieht, die Ulmer sind in Karlsruhe gut eingebettet.

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