Ulmer Ex-Intendant Peter Borchardt gestorben

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Die letzten Jahre lebte Peter Borchardt in Köln, wo er im Alter von 81 Jahren starb. Doch er hatte noch immer Kontakte nach Ulm, und er erinnerte sich gerne an seine Zeit als Intendant des Ulmer Theaters zurück: „Das war meine erste Intendanz und eine spannende Zeit. Ulm habe ich sehr offen und sympathisch in Erinnerung, das Theater war immer ein Thema in der Stadt. Egal ob Zustimmung oder Ablehnung: Es war den Leuten nicht egal. Im Gegenteil, es war eine Hauptkraft der Ulmer Kultur, auch dank Kurt Fried, der das Theater immer wieder zum Thema machte.  Wenn ein Theater den Menschen egal ist, dann läuft da was schief.“ Das schrieb Borchardt in diesem September, als Beitrag zu den Feierlichkeiten zum 375-jährigen Bestehen der städtischen Bühne.

Borchardt war in einer stürmischen Zeit Chef des Ulmer Theaters. Das war 1969 unter Detlof Krüger in den Neubau am heutigen Karajanplatz gezogen. Borchardt begann 1973 in einem modernen Haus und hatte moderne Vorstellungen, wagte ganz im Zeichen der Zeit mehr Demokratie, räumte dem Ensemble weitgehende Mitspracherechte ein, wie sich Hannelore Jäger erinnert, die damals zum Ensemble gehörte. „Das waren endlose Diskussionen.“ Nach zwei Jahren hatten alle genug vom dem endlosen Gerede.

Borchardt, der selbst oft  Schauspielregie führte, mit seiner Inszenierung von „Heil Hitler, Gothland“ überregional für Furore sorgte, war es auch, der den Opernprovokateur Giancarlo del Monaco nach Ulm, holte. Dessen 15 Inszenierungen am Ulmer Haus fanden alle überregional Beachtung, brachten dem Theater den Ruf als „Werkstatt des Musiktheaters“ ein.

Nach sechs Jahren verließ Borchardt 1979 Ulm wieder. Längere Verträge waren damals unüblich. Auch seine Nachfolger Volkmar Clauß und Pavel Fieber gingen jeweils nach sechs Jahren. Von 1981 bis 1987 war Borchardt dann Schauspieldirektor des Stadttheaters Bern, war danach freiberuflich tätig und gründete zusammen mit Beatrix Bühler das Berner Ensemble.

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