Ulmer Einrichtungen: Fachkräfte für Flüchtlinge eingestellt

Überraschend hat Berlin mehr Geld für die Behandlung traumatisierter Flüchtlinge bereit gestellt. Zwei Einrichtungen in Ulm profitieren.

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Drei Millionen Euro zusätzlich. Diesen Betrag stellt das Bundesfamilienministerium in diesem Jahr zusätzlich für die Behandlung traumatisierter Flüchtlinge bundesweit zur Verfügung. Mit diesen Mitteln könnten insgesamt 15.000 Menschen behandelt werden, ließ das Ministerium jüngst mitteilen. Es kann für mehr Personal, Therapien sowie Beratungen verwendet werden und soll vorwiegend Frauen und Kindern zugute kommen.

In Ulm profitieren zwei, indirekt drei, sozialpsychiatrische Zentren vom Bundeszuschuss. Zum einen bekommt der Reha-Verein für soziale Psychiatrie Donau-Alb 60.000 Euro. Zum anderen die Psychologische Familien- und Lebensberatung der Caritas in Ulm 40.000 Euro. Beide Einrichtungen hatten zuvor entsprechende Anträge gestellt.

Für Heiner Schrottenbahn, Geschäftsführer des Reha-Vereins, kam die Zusage überraschend. „Wir wurden angerufen, dass der Antrag genehmigt ist. Das war noch nie der Fall.“  Schriftlich liege der Bescheid jedoch noch nicht vor. Der Verein brauche unbedingt Verstärkung bei der Betreuung von Flüchtlingsfamilien im Stadtteil Mitte-Ost. „Sie müssen oft im Alltag begleitet werden.“ Nicht nur zu den Ämtern, auch manches andere sei für viele der Menschen schwer zu organisieren. Zudem gehe es auch um Freizeitaktivitäten für die Familien. Für das Geld werde für ein Jahr eine zusätzliche Halbtagskraft finanziert.

Indirekt profitiert auch das Behandlungszentrum für Folteropfer (BFU) von dem Geld. Denn der Reha-Verein ist Träger des Zentrums. Man habe nicht nur den Antrag gemeinsam gestellt – das BFU ist laut Schrottenbahn für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig. „Wir freuen uns über das unerwartete Geld“, sagte er. Vor allem das BFU, das permanent mit einer  unsicheren Finanzierung planen müsse.

Der zweite (oder dritte) Nutznießer der Fördermittel ist die Psychologische Familien- und Lebensberatung der Caritas Ulm/Alb-Donau, die sich seit einem Jahr auch um traumatisierte Flüchtlingskinder- und Jugendliche kümmert. Was wiederum mit der BFU zusammenhängt, die an die Caritas vor rund einem Jahr herangetreten war mit diesem Anliegen.  Der Bedarf, auch traumatisierte Flüchtlingskinder zu behandeln, bestehe schon lange, so das BFU damals. Aber es war eben kein Geld für für Fachpersonal vorhanden. Ein Teil des Geldes für die Caritas-Beratungsstelle, nämlich 50.000 Euro, kommt von der Diözese Rottenburg aus einem Flüchtlingshilfefonds sowie aus Spenden. Mit den zusätzlichen 40.000 Euro bezahlt die Beratungsstelle das Gehalt einer syrischen Psychologin, teilt Leiter Andreas Mattenschlager auf Anfrage mit.

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