Ulmer Ballettabend "Tag und Nacht" jetzt auch in Ankara

Mit seinem Ballettabend "Tag und Nacht" ist der Ulmer Ballettdirektor Roberto Scafati international erfolgreich. Jetzt realisierte er ihn auch in Ankara.

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Auch in Ankara erfolgreich: Roberto Scafati. Foto: Maria Müssig

Ulm, Mailand, Ankara. Das sind die Stationen, die der Ulmer Ballettdirektor und Choreograf Roberto Scafati bislang mit seinem vor zwei Jahren in Ulm uraufgeführten Ballettabend "Tag und Nacht" bespielt hat. In Mailand gastierte Scafati dabei mit der Ulmer Compagnie. In Ankara war er jetzt als Gastchoreograf für die Compagnie des dortigen Opernhauses tätig. Und die ist schlicht riesig. "Dort sind 200 Tänzer unter Vertrag", berichtet Scafati. "150 Spezialisten für klassisches Ballett und 50 für Modern Dance." Zum Vergleich: Die Ulmer Compagnie zählt ganze zwölf Köpfe. Überhaupt: Scafati war überrascht vom Opernhaus in Ankara. "Die haben da vier Ballettsäle." Und auch das Niveau der Tänzer beeindruckte den Choreografen. "Das sind alles Türken, die seit Jahren miteinander arbeiten. Die sind unglaublich gut aufeinander eingestellt. Ein Blick reicht für die Kommunikation. Und sie haben sofort verstanden, worauf ich hinauswollte", erzählt Scafati von den Proben. Die absolvierten der Choreograf und die Tänzer in zwei Abschnitten: von Anfang bis Mitte Januar und die letzten vier Tage vor der Premiere in Ankara.

Wie kommt man als Ulmer Choreograf nach Ankara? "Das ging übers Internet. Ein Manager des Opernhauses hatte den Videotrailer des Theaters Ulm zu ,Tag und Nacht gesehen, den ich auf You Tube gestellt hatte", erzählt Scafati, der zum damaligen Zeitpunkt noch keine eigene Homepage hatte. "Und der Trailer hat ihm gefallen. Also hat er mich angerufen und gesagt: Das wäre was für unsere Compagnie, und er hat mich nach Ankara eingeladen", sagt Scafati.

Ankara? Scafati räumt ein, wohl falsche Vorstellungen von der türkischen Metropole gehabt zu haben. "So viel Weltoffenheit und moderne Ansichten habe ich nicht erwartet", sagt der Italiener aus Deutschland, den die große türkische Tageszeitung "Hürriyet" ausführlich zu seiner Choreografie und seinen Erfahrungen mit türkischen Tänzern befragte. "Der einzige Unterschied ist die überwältigende Gastfreundschaft. Der Rest ist so wie bei uns."

Nur zwei Dinge musste Scafati bei der Arbeit mit den türkischen Tänzern beachten. "Die Kostüme sollten ein bisschen weniger Körper zeigen als bei uns", sagt der Tänzer. "Und ich wurde gebeten, den Abend auf etwas über eine Stunde zu kürzen." Längere Ballettabende sei das türkische Publikum nicht gewohnt, habe man ihm gesagt. Denn der Ballettabend wird nicht nur in Ankara gezeigt. Die Compagnie des Opernhauses geht damit auf Tournee durch die Türkei - das heißt ein kleiner Teil der riesigen Compagnie. Scafati hat dafür seine Choreografie von 12 auf 22 Tänzer erweitert.

Das Angebot, mit allen 50 Tänzern der Modern-Dance-Abteilung zu arbeiten, lehnte der Ulmer Ballettdirektor ab. "Das wären dann doch ein paar zu viel gewesen." Und wer in den nächsten Monaten in die Türkei in den Urlaub fährt und vielleicht ein Plakat mit Tänzern sieht: "Tag und Nacht" heißt auf Türkisch "Gündüz ve Gece".

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