Frauenbüro: Ulmer Bäder als „grapschfreie Zone“

Frauenbüro und Kooperationspartner ermutigen Kinder und Jugendliche, sich gegen Glotzer und Gaffer zu wehren. Die Mitarbeiter werden geschult und sensibilisiert.

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Dieses Bild ist auf den neuen Schildern im Westbad zu sehen.  Foto: 

Diese Botschaft ist deutlich: Eine Hand, die das Hinterteil einer Frau berührt, mit einem dicken roten Balken drüber: Grapschen ist verboten. Im Westbad hängt das Bild seit kurzem im Eingangsbereich.

Zugleich gibt es in der Stadt jetzt eine kleine Broschüre „Glotz- und grapschfreie Zone – Keine Belästigungen in unserem Schwimmbad“. Herausgeber ist das Frauenbüro der Stadt Ulm. „Wir haben den Flyer für Kinder und Jugendliche gemacht. Damit sie wissen, dass sie sich wehren und Hilfe holen können“, sagt Diana Bayer vom Frauenbüro.

Wenn sie sich beobachtet fühlen, wenn sie fotografiert, bedrängt oder von Älteren berührt werden. Einen speziellen Anlass oder Vorfall gibt es in Ulm dafür nicht, betont Bayer, „aber das Thema sexuelle Übergriffe ist ja immer aktuell“. Insbesondere in der Freibad-Zeit. Für die Aktion hat sich das Frauenbüro zusammengetan mit dem Kinderschutzbund und dem Verein Frauen helfen Frauen. Die Idee zu dem Prospekt haben die Ulmer vom Heilbronner Verein Pfiffigunde übernommen: „Wir durften deren Texte verwenden.“

Die graphische Umsetzung ist ein Ulmer Werk, ebenso die Idee des wasserfesten Aufklebe-Tattoos, das dem Flyer beiliegt: Das Logo der Aktion – der Schriftzug „Kein Glotzen und Grapschen“, eine durchgestrichene Hand und drumherum ein rot-weißer Schwimmring.

„Wir wollen Kinder und Jugendliche ermutigen, solche Vorfälle beim Personal der Bäder zu melden. Denn dafür gibt es keine Toleranz“, sagt Diana Bayer. So ist es beispielsweise möglich, jemandem Hausverbot zu erteilen. Damit die Mitarbeiter der Schwimmbäder auch wissen, wie sie sich rechtlich korrekt verhalten, wird es im Lauf des Juli eine Schulung geben. Da geht es etwa um die Frage, ob man jemand das Handy wegnehmen darf, bis die Polizei verständigt und vor Ort ist.

Anfang der Ferien soll die Aktion im Donaubad groß der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, kündigt das Frauenbüro an. Dabei wird auch die Polizei mit im Boot sein. Jochen Weiß, der Chef des Donaubads, unterstützt die Idee: „Es ist gut und sinnvoll, dass die Stadt diese Aktion plant. Wir schließen uns da gern an.“

Die neuen Schilder im Westbad haben nichts mit der Aktion zu tun. Sie sind sozusagen eine Neufassung der bebilderten Haus- und Badeordnung. Denn andere Motive zeigen, dass Hineinschubsen verboten ist, dass man vor dem Schwimmen duschen soll, welche Art von Badekleidung erlaubt und welche verboten ist. Das soll ein Hinweis für diejenigen sein, die nicht gut genug Deutsch können, um die Badeordnung zu lesen. Einen konkreten Fall, der Anlass zur Neufassung gegeben hätte, gab es hier auch nicht.

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