Ulm/Neu-Ulm vor 40 Jahren

In der Woche vom 8. bis 13. April 1974 hat die SÜDWEST PRESSE (SWP) unter anderem über folgende Ereignisse berichtet: Ärger am Donauufer, Werben um Donaupartner und Ratlosigkeit im Donaustadion.

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    Der Dreck hielt sich allerdings stark in Grenzen. Foto: 
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In der Woche vom 8. bis 13. April 1974 hat die SÜDWEST PRESSE (SWP) unter anderem über folgende Ereignisse berichtet:

Ärger am Donauufer
Unter älteren Ulmern noch als "Shit-Wiesle" bekannt, hat die Donauwiese am Metzgerturm unter jungen Menschen bis heute nicht an Attraktivität eingebüßt. Zum Verdruss vieler Bürger, die dadurch nicht zuletzt das touristische Erscheinungsbild beschädigt sehen. Das war vor 40 Jahren nicht anders, als der "Lagerplatz für junge Leute" wegen Pöbeleien, Rempeleien, Verschmutzung und dem überhaupt "oft reichlich ungenierten Treiben" für Unmut sorgte. Momentaufnahme: "Lange Haare sind wie Vorhänge, hinter denen sich heimlich küssen läßt." Jetzt nahm der Verkehrsverein entsprechende Klagen von Gästeführern und Hoteliers auf und machte in einem Brief an den Oberbürgermeister Front gegen die Zustände. Verkehrsdirektor Ulrich Ehrhardt sagte, der OB solle sich "dafür einsetzen, daß am Donauufer wieder Ordnung geschafft wird, so daß Ulmer und Besucher Ulms diesen schönen Teil unserer Stadt wieder genießen können". Ein Patentrezept habe man auch nicht, aber: "Man möge doch jeweils spät nachmittags und abends mit großen Rasensprengern die Wiesen am Donauufer gründlich anfeuchten." Sozusagen als Sitzblockade. Dort bot sich im Übrigen ein ähnliches Bild wie heute: Für den Abfall waren große Drahtkörbe aufgestellt, Flaschen lagen aber daneben, und Jogger liefen am Donauufer auch schon vorbei, hießen aber noch "Trimm-dich-fit-Anhänger". Bloß die US-Soldaten aus den Neu-Ulmer Kasernen, die die Wiese diskutierend, rauchend und trinkend bevölkerten, gibt es nicht mehr.

Werben um Donaupartner
Frischer Wind für Donaupartnerschaften: Dank einer Ulmer Bürgerin sah sich Verkehrsdirektor Ulrich Ehrhardt in seinem Bestreben bestärkt, "das Band der Donau auszunutzen von hier bis zum Schwarzen Meer", um für Ulm zu werben. Die Ulmerin hatte den Brief eines jugoslawischen Verkehrsexperten vermittelt, der in Anlehnung an historische Städtebeziehungen Kontakt aufnehmen wollte. Ulm nahm prompt die Korrespondenz auf und wollte den Belgrader gleich mal zu den Schwörmontagsfeierlichkeiten einladen, damit er sich ein Bild von der Stadt machen konnte.

Ratlos im Donaustadion
Der SSV Ulm 1846 hatte erstmals mehr als 10.000 Mitglieder - eine Marke, die er heute wieder als Ziel anvisiert. Vor 40 Jahren sprach Vorsitzender Reinhard Meinung davon, man habe eine "Traumgrenze überschritten". Und: "Wir sind anerkannt und konkurrenzlos als sozial vorbildlicher und familienfreundlicher Verein." Womit er auf der Jahreshauptversammlung aber nicht den Leistungssport unter Wert verkauft haben wollte, der keineswegs "klein und unbedeutend" sei, wie schon mal kritisiert wurde. Immerhin seien die Fußballer - samt Trainer fast komplett zur Versammlung angetreten - zweimal hintereinander Württembergischer Meister geworden. Andererseits wünschte man sich genau dort bessere Zahlen. Ausgerechnet beim Fußball wurde nämlich ein Zuschauerschwund verzeichnet, weswegen Finanzvorstand Gerhard Schrade den hohen Zuschuss an die Abteilung in Frage stellte, wenn denn die Leistung der Kicker so wenig Anerkennung beim Ulmer Publikum finde. Je nun, ein paar Tage später ließ wenigstens die Mannschaft keine Fragen offen und gewann im Ulmer Stadion 1:0 gegen die Löwen von 1860 München. Zuschauer: nur 1400.

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