Ulm/Neu-Ulm vor 40 Jahren

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  • Auskunft mit Fahrkartenautomat, Passfoto-Service und Max-Eyth-Stube hinten links. Der Mann in Weiß hält eine Hinweistafel zum Umbau. Fotos: Simon Resch 1/2
    Auskunft mit Fahrkartenautomat, Passfoto-Service und Max-Eyth-Stube hinten links. Der Mann in Weiß hält eine Hinweistafel zum Umbau. Fotos: Simon Resch
  • Hauptbahnhof 1973: Fahrkartenausgabe war von 5 bis 23 Uhr. 2/2
    Hauptbahnhof 1973: Fahrkartenausgabe war von 5 bis 23 Uhr.
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In der Woche vom 22. bis 27. Oktober 1973 hat die SÜDWEST PRESSE (SWP) unter anderem über folgende Ereignisse berichtet:

Magirus mit Zukunft

Mit einem Tag der offenen Tür feierte Magirus-Deutz die Eröffnung des neuen Lkw-Montagewerks im Donautal. Dafür war sogar ein eigener Shuttle-Dienst mit werkseigenen Bussen vom alten Werk I in der Schillerstraße aus der Stadt heraus eingerichtet worden. Die Firma lockte Besucher mit Extras wie Hubschrauber-Flügen und: "Nach dem Rundgang, der etwa 45 Minuten dauert, laden wir Sie zu Erbseneintopf und Bier ein." 15 000 kamen. Tags zuvor war der offizielle Akt über die Bühne gegangen. Das Mutterunternehmen Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD) hatte jetzt insgesamt 200 Millionen Mark in die modernen Fertigungsanlagen im Industriegebiet investiert. Der Bau sei Ausdruck einer langfristig angelegten Unternehmenskonzeption, sagte KHD-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Sonne, und sei im Zusammenhang mit dem neuen Motorenwerk von 1970 und einer neuen Fahrzeugreihe zu sehen. Der in Ulm konzentrierte Bau von Nutzfahrzeugen mit einem Umsatzanteil von 42 Prozent im Konzern werde "innerhalb von KHD auch in Zukunft eine unverrückbare Realität bleiben". Oberbürgermeister Hans Lorenser dankte auch dem Land Baden-Württemberg, das es über eine Bürgschaft ermöglicht habe, 10 000 Arbeitsplätze in Ulm zu erhalten. Das Gelände an der Schillerstraße werde nun für eine städtebauliche Sanierung (heute: Magirushof) und damit insgesamt für eine bessere Lebensqualität in der Stadt frei.

Bahnhof mit Umwegen

Im Hauptbahnhof standen umfangreiche Bauarbeiten an. Dafür wurden die Fahrkartenschalter in die Empfangshalle verlegt, wo jetzt der komplette Kundendienst abgewickelt werden musste, Reiseauskunft und Platzkartenstelle waren auch schon da. Hintergrund: Die Arbeitsbedingungen sollten verbessert werden. Denn in Sommermonaten wirkten die Glasdecken in der Schalterhalle wie "Brenngläser", die in der Fahrkartenausgabe für Temperaturen von 38 Grad und mehr sorgten, sagte Heinz Kohler, Vorstand des Ulmer Hauptbahnhofs. "Der Umbau muß ein radikaler sein." Dafür war jetzt Geld von der Bundesbahnhauptverwaltung in Frankfurt da. Die Unannehmlichkeiten für Bahnkunden waren groß. Neben der Ballung des Reiseverkehrs in der Haupthalle musste Reisegepäck 250 Meter weit zur provisorischen Expressgut-Baracke geschleppt werden. Dafür versprach die Bundesbahn, der Umbau mache aus dem Hauptbahnhof auch eine Visitenkarte für die Münsterstadt, "die sich sehen lassen kann".

Zonen der Ruhe

SPD-Stadtrat Dietrich Wahler, Architekt von Beruf, machte einen Vorstoß, Bewohnern und Besuchern der Ulmer Innenstadt mehr Luft zu verschaffen, da sie verstärkt unter dem fließenden und ruhenden Verkehr zu leiden hätten. So solle zuerst um den Marktplatzbrunnen eine "blechfreie Zone" eingerichtet werden, die mit Bänken zum Verweilen einlade und die Ratskeller-Bewirtung daneben einbinden könne, Beispiel auch für weitere Orte wie den Weinhof, den Judenhof, den Schuhhausplatz und den Platz vorm Neuen Bau. Brunnenflächen seien besonders geeignet, "in der City Zonen der Ruhe zu schaffen".

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