Ulm/Neu-Ulm vor 40 Jahren

In der Woche vom 18. bis 23. August 1975 berichtete die SÜDWEST PRESSE (SWP) unter anderem über folgende Ereignisse: Über den Wolken Tirich Mir? Das ist der höchste Berg im Hindukusch, 7708 Meter hoch.

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    Und so sah die Rettung des Fahrers mit Feuerwehrleiter aus. Fotos: Simon Resch Foto: 
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In der Woche vom 18. bis 23. August 1975 berichtete die SÜDWEST PRESSE (SWP) unter anderem über folgende Ereignisse:

Über den Wolken

Tirich Mir? Das ist der höchste Berg im Hindukusch, 7708 Meter hoch. Vor 40 Jahren wurde er erstmals von einer Frau bestiegen, das heißt, es waren zwei: Hanne Müller aus Bern. Und Hannelore Schmatz aus Neu-Ulm. Überhaupt war noch nie zuvor eine Deutsche so hoch geklettert. "Hannelore ist jetzt die höchste Deutsche", notierte ihr Mann Gerhard Schmatz, später Ulmer Stadtrat, der 2005 gestorben ist. Er war ebenso Teil dieser Schweizer Expedition in Pakistan und in einer ersten Seilschaft auf den Tirich Mir vorausgegangen. Einige Männer hatten Zweifel, ob die Frauen den schweren Aufstieg schaffen würden, auf den "Berg, der sich in die Quere stellt", wie er in der Landessprache heißt. Unter Führung des Schweizers Hans von Känel aber verlief - inklusive Übernachtung in einer Scharte - alles nach Plan. "Höher hinaus will Hannelore Schmatz nun nicht mehr", schrieb die SWP über die 35-Jährige. Vier Jahre später, 1979, aber bezwang Hannelore Schmatz den Mount Everest, dessen Gipfel, mit 8848 Metern der höchste der Erde, sie ebenfalls als erste Deutsche erklommen hatte - bevor sie entkräftet beim Abstieg starb. Erst 20 Jahre später stand mit Helga Hengge wieder eine Deutsche auf dem Mount Everest - und kehrte auch zurück.

Über den Gleisen

Martin Bodnar (26) tat nur der Nacken noch ein wenig weh, ein paar Schrammen trug er auch davon, sonst hatte er den spektakulären Unfall tags zuvor unversehrt überstanden - nach dem er anderthalb Stunden über den Gleisen des Güterbahnhofs festsaß. Sein Silolastzug war in der Nacht vom Lehrer Tal kommend am Kienlesberg ins Schleudern geraten, rutschte über den Betonsockel des Mittelstreifens, stürzte um und schlitterte über die Gegenfahrbahn, um das Geländer der zwei Jahre alten Wallstraßenbrücke zu durchbrechen und mit viel Glück überm Abgrund hängen zu bleiben: Das Stahlseil, das in den Handlauf des Brückengeländers eingelassen war, hielt das Führerhaus des Sattelzugs kurz über den Fahrdrähten der Bahn fest, die mit 15.000 Volt unter Strom standen. Die Bundesbahn schaltete die Leitungen ab und rückte mit einem Turmtriebwagen zur Bergung an, die Feuerwehr sicherte von oben her. Als Bodnar endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, brach er zusammen. Drei Kranwagen zogen den Lastwagen auf die Brücke zurück.

Kohle für die Loks

Die Ulmer Eisenbahnfreunde brauchten Kohle. Aber nicht zum Heizen, sondern um ihre drei Dampflokomotiven in Schuss zu halten. Eine der Baureihe 86 musste zur Reparatur. Für 35.000 Mark. Und für eine der Baureihe 01, die damals einzige noch betriebsfähige Schnellzug-Dampflok dieses Typs von 1936 mit vier Millionen Kilometern auf dem Buckel, stand die Hauptuntersuchung an. Für 100.000 Mark. Dafür mussten die Stahlrösser nach Braunschweig ins einzig verbliebene Ausbesserungswerk gefahren werden. Die Bundesbahn lag gerade in den letzten Zügen mit der Ausmusterung ihrer Dampflokflotte. Utz Munder, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde, rechnete damit, dass die vereinseigenen Loks in wenigen Jahren eine der Hauptattraktionen für Besucher in Ulm sein würden - auch wenn sich der Plan eines Dampflok-Museums an der Donau zerschlagen hatte. Der Verein mit bundesweit 300 Mitgliedern hatte 1975 mit Ausflugsfahrten im ersten Halbjahr 22.000 Mark eingespielt, 15.000 kamen über Bewirtung und den Verkauf von Fan-Artikeln dazu.

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