Ulm/Neu-Ulm vor 40 Jahren

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Sicher in die Schule: Erstmals gab es zum Schutz der ABC-Schützen - gnadenlos geschlechtergetrennt - gelbe Kopftücher und Mützen.  Foto: 

In der Woche vom 26. bis 31. August 1974 hat die SÜDWEST PRESSE (SWP) unter anderem über folgende Ereignisse berichtet:

Mützen für die Schützen

Für die ABC-Schützen begann die Schule mit praktischem Unterricht zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr. So übten sie an der Spitalhof-Grundschule an der Druckknopfampel. Erstmals gab es für die Schulanfänger 1974 zur größeren Sicherheit auch gelbe Mützen (Jungen) und Kopftücher (Mädchen) von der Kreisverkehrswacht Ulm, die mindestens drei Monate getragen werden sollten.

Meister auf zwei Rädern

ADFC gab es noch nicht. Dafür lud der ADAC im Rahmen der Jugendverkehrserziehung zusammen mit dem Verkehrdienst der Polizei zu einem Jugendfahrradturnier ein: "Wer wird Meister auf zwei Rädern?", hieß es auf dem Platz vor der Friedrichsau-Grundschule.

Radweg ins Nirwana

Für Radfahrer war auf dem Radweg nach Wiblingen an der Illerbrücke plötzlich Schluss. Denn während die Neu-Ulmer einen eigenen Weg hingebracht hatten, ließen die Ulmer die Radler einfach ins Leere laufen. Das Ulmer Tiefbauamt prüfte nun, was ein Radweg von der Illerbrücke nach Wiblingen kosten würde. Auch an der Adenauerbrücke endete ein Radweg auf Ulmer Markung, "der auf Neu-Ulmer Gebiet vielversprechend beginnt". Ein Neu-Ulmer Stadtrat nannte dies einen "ulmischen Schwabenstreich". In dieser Sache überlegte das Ulmer Ordnungsamt unterdessen, den Fußgängersteg unterhalb der Adenauerbrücke für Radler freizugeben. Von einer Radverkehrsoffensive war das alles noch weit weg.

Ade, Andelfinger

Bernhard Andelfinger verließ das Zweite Ulmer Modell auf dem Kuhberg, heute die Essinger-Schulen. Er war Mitbegründer und Schulleiter dieses naturwissenschaftlich ausgerichteten Reformgymnasiums für Ulm und folgte nun einem Ruf des nordrhein-westfälischen Kultusministeriums nach Düsseldorf. "Ich wollte erst wechseln, wenn die Schule in ihren Grundzügen steht." Das tat sie nun. In Düsseldorf sollte er Leiter der Planung für den Mathematikunterricht werden. Auch die dortige Uni hatte sich schon um den Studiendirektor aus Ulm bemüht, der zunächst Mathe am Humboldt und Kepler unterrichtet hatte und nachhaltig den Wettbewerb "Jugend forscht" förderte. Auch als Mitarbeiter des Telekollegs war sein Gesicht bekannt. Gerhard Boucke vom Elternbeirat hob zwei Eigenschaften Andelfingers hervor: Kreativität und das Geschick, ein Ziel zu erreichen, ohne Gegner zu hinterlassen.

Rammen für das Humboldt

Baustellenlärm am Humboldtgymnasium: An der Ecke Zeitblom-/Karl-Schefold-Straße wurden die Arbeiten für einen Erweiterungsbau aufgenommen. Ans Hauptgebäude wurden damit je drei weitere Räume pro Stockwerk für den naturwissenschaftlichen Unterricht angedockt. Im Untergeschoss entstand ein Aufenthaltsraum für die Schüler. Die neuen Räume sollten im folgenden Schuljahr bezogen werden können. Für die Baugründung mussten wegen der Bodenverhältnisse Pfähle in den Boden gerammt werden, was naturgemäß ordentlich Lärm machte: "Es gibt eben noch keine leiser arbeitenden Rammen", hieß es aus dem Amt für öffentliche Ordnung dazu. Die Anwohner wissen das bis heute und aus jüngster Zeit: Auch für den gerade laufenden Bau der Stapelturnhalle an der Olgastraße am anderen Ende des Schulkomplexes musste lautstark so verfahren werden.

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